Große Brücken haben sie hier. Ziemlich große. Auf ziemlich dünnen Stelzen. Scheint aber zu halten. Apropos Stelzen -die Häuser stehen auch alle auf Stelzen. Warum eigentlich? Der nächste Hurrican spült den ganzen Kram doch eh wieder weg. Der Golf selbst ist eine ziemlich braune Angelegenheit. Nicht nur das Wasser selber, auch die Schaumkronen. Naja, den Möwen scheint's jedenfalls nichts auszumachen, und der Mensch will Auto fahren. Deswegen auch die ganzen Bohrinseln da draußen, eine an der anderen. Irgendwo muss der Sprit für den dicken Durango ja herkommen.
Ziemlich krass auch die Wohngegensätze. Der eine hat einen 500k Palast da stehen, zwei Straßen weiter wohnen sie in abgefuckten Mobile Homes oder Trailern. Der Unterschied liegt wohl darin, dass dem einen das Öl gehört, das der andere ausgraben muss. Die Pferdeherden vor dem Haus sind dann wahscheinlich wirklich nur Hobby. Und überall diese Rappelstreifen am Straßenrand. Stören wirklich, wenn Garth Brooks vor sich hin nudelt und dann immer abrupt unterbrochen wird. Wozu überhaupt? Geht doch eh nur geradeaus...
Dann haben sie hier unten einen Highway, der geht 20 Meilen durch den Sumpf. Auf Stelzen. Das nennt sich Atchafalaya (Gesundheit!) Basin. Man kann da auch mitten im Sumpf abfahren und noch tiefer in den Sumpf fahren, aber dann wirds wirklich abenteuerlich. Als die Hausboote anfingen, hab ich umgedreht.
Meine persönliche Erstüberquerung des Mississippi erfolgte a) aus der falschen Richtung, b) banal über eine Highway-Brücke und c) fast schon im Dunkeln. Aber gewaltig ist er schon.
Wenn man schon mal in New Orleans ist, hab ich mir sagen lassen, muss man ins French Quarter. Das ist zumindest nachts aber nur eine 2 Meilen lange Straße mit abwechselnd Restaurants, Fast Food Schuppen, Musikkneipen (eine lauter als die andere), Touristenfallen-Shops und so genannten "barely legal" Clubs. Was die Mädels da angehabt haben -eine weniger als die andere. Torsten hätte seine helle Freude gehabt (und wär wahrscheinlich gleich dageblieben). Melde: Muffaletta (mahfaledda) gegessen. War gut. Bin dann noch zum Fluss, wo gähnende Leere war, was klar war, weil sie die Uferpromenade um 10 Uhr zumachen. Wahrscheinlich, damit kein Besoffener ins Wasser fällt und hinterher die Stadt auf 10 Mio verklagt. Wurde von zwei Polizisten auf einem Elektrokarren höflich vertrieben.
Danke übrigens für die lokalen Tipps, aber das Ziel dieses Trips ist, Landschaft zu sehen. Möglichst viel davon. Ist mir schon klar, dass man auch in jeder der passierten Städe allein locker eine Woche verbringen kann...
Und dieser Ipad macht mich noch wahn-sinn-ig. Kauf ich mir extra so einen Universal-Autolader, aber ratet mal was sich damit nicht laden lässt. Genau. Er erkennt wohl, das es ein Lader ist, und zeigt extra noch an"Not charging". Boshaftes Teil. Fehlt nur noch ein"EEEE" und das grinsende Gesicht von Steve Jobs auf dem Bildschirm...
Gruß
Boris