Mein erster Flug mit dem Labs, oder: Es muss ihn ja nicht jeder mögen
Das hier soll wirklich kein Airbus-Bashing werden (auch wenn ich hin und wieder erwähne, dass die 737 ein recht guter Flieger sein könnte), sondern mein Tatsachenbericht vom FSLabs auf einem Rechner, der nicht der NASA Konkurrenz machen könnte. Bin eben HAM-MUC geflogen, aus Performance-Gründen jeweils default-Szenerie, Frames schwankten dabei zwischen 13 und 17.
Wir stehen ready auf der 33 in Hamburch und warten darauf, dass uns der Tower loslässt. Nachts fällt die, wie ich finde, nicht besonders schöne Texturierung im VC nicht so auf.

Das Taxelnn stellt sich durch die unnötig kompliziert gestaltete Tiller/Rudder-Kombi als enorm aufwändig dar. Warum man nicht einfach die, durch FSUIPC eh schon vorhandene, Steering Tiller Achse nutzen konnte, erschließt sich mir nicht. Darüber hinaus sprechen die Engines selbst mit gut kalibriertem Throttle nicht besonders präzise auf Inputs an. Das führt erstens dazu, dass man gerne mal in der Kurve stehen bleibt, dann ca. 5 Sekunden wartet, bis die Tüten wieder soweit hochgespoolt haben, dass man die Tiller-Taste auf der Tastatur drücken und lenken kann, um dann mit 20 Knoten aus der Kurve herauszuschießen, weil man leider meist keine 3-8 Hände zur Verfügung hat, um Tiller, Engines, und Taste gleichzeitig zu bedienen.
Der Takeoff fand dank der zappeligen Throttles hin- und hergerissen zwischen MAN THR und MAN FLX statt, wodurch ich im Climbout bis zu 280KIAS anliegen hatte, bevor ich letztendlich per F-Taste die Lever in den CL Detent platzieren musste. Überhaupt ist die "usability" deutlich weniger flüssig als bei anderen Flugzeugen, denn die Logik, welche Switches sich denn jetzt in welche Richtung mit dem Mausrad oder eben nicht, oder eben doch mit linker oder rechter Maustaste bewegen lassen, ist alles andere als intuitiv.

Durch das viele Geklicke außerhalb des Blickfelds im Anflug geht einem dann - winke,winke - die Situational Awareness gerne flöten, während man verzweifelt versucht, die Speed Brake erst per Achse, dann per Maus einzufahren.
Das viel zitierte "Flair" und "endlich echte Airbus-Feeling" stellte sich im Übrigen bei mir nicht ein; die Soundkulisse fand ich durchschnittlich, worüber auch ein bei Turbulenz eingespielter Ratter-Sound nicht hinweg half. Das Autotrim-Fliegen ist mit Sicherheit Gewöhnungssache - und im Schnitt 15 Frames machen es nicht leichter, einzuschätzen, was denn dieser Flieger jetzt bitte gerade mit deinen Stick-Inputs anfängt.

Übrigens, das Außenmodell sieht auf dem eigenen Bildschirm tatsächlich besser aus als auf Screenshots. Nur blöd, dass ich erst in den Genuss komme, sobald die Engines aus sind, sonst crasht der Sim.

Alles in allem kann der Bus nach meinem ersten Eindruck der mittlerweile über fünf (!) Jahre alten 737NGX nicht das Wasser reichen, genauso wenig der Majestic Dash, und gegenwärtig nicht einmal der TFDi 717. Von der Benutzerfreundlichkeit her trumpft sogar der gute alte Aerosoft Bus. Dem Ganzen die Krone auf setzt die Tatsache, dass man für den Spaß auch noch dreistellige Beträge hinblättern darf. Und sollte jemals ein A319 oder A321 kommen, wird Lefteris die sicher nicht verschenken.
Jetzt, bitte, bedenkt, dass das meine persönliche Einschätzung ist, vielleicht muss ich mit diesem Flieger einfach noch warm werden - aber Positives ist mir bis jetzt sehr wenig aufgefallen.
