@ Tom, vlt kannst du ja mal ein kurzes Resume des Abends hier verfassen
Na das mach ich doch gerne! Auch wenn es schwierig ist ein "kurzes" Resümee zu verfassen ![]()
Also das Thema das Vortrags war ja eher die Medienberichterstattung über Fukushima und nicht Fukushima selbst, wobei beides natürlich beachtet werden muss. Insbesondere, wenn sich die Vorlesung an angehende Technikjournalisten wendet. Was die genau machen müsst ihr allerdings mal Stefan fragen, schließlich studiert er das ja ![]()
Im Grunde kann man sagen, dass die Medien mal wieder totalen Murks berichtet haben und das der ganz besondere Unterschied zu anderen großen Katastrophen die ist, dass Japan live mitgefilmt wurde und das heutzutage Medien viel schneller um die Welt gehen. Beispielsweise wurden andere Naturkatastrophen mit 200.000 mit 250.000 Toten aufgeführt, die viel weniger von den Medien beachtet wurden, als der Tsunami in Japan.
Die Intensität hängt also vom verfügbaren Bildmaterial und der damit erzeugbaren Dramatik ab.
Gleichzeitig ist das große Problem vieler Journalisten, dass nicht genau recherchiert wird, was eigentlich wirklich passiert, sondern bspw. aus einfachen Bildern schnelle Rückschlüsse gezogen werden. Hier hat Herr Yogeshwar dann ein Bild gezeigt, auf dem aufsteigender Wasserdampf und ein Löschfahrzeug am AKW Fukushima zu sehen war. Es wurde betitelt mit "Rauch steigt aus dem brennenden Reaktor auf und es wird versucht mit Wasser zu kühlen". Eine genauere Betrachtung und "das Einsetzen seines Kopfes schadet auch nicht"
hat dann allerdings ergeben, dass es kein Rauch, sondern Wasserdampf infolge großer Hitze und Wasser zur Kühlung ist. Und wendet man eine einfache Rechnung an, so kommt man auf das Ergebnis, dass dieses bisschen Wasser auf einen "heißen Stein" nicht zur Kühlung des Reaktors beitragen kann, weil effektiv 100 Tonnen/Tag pro Reaktor benötigt werden würden, um wirklich die entstehende Wärme einzudämmen.
Solche Beispiele gibt es viele, und insbesondere viele Online Nachrichtenportale machen statt ordentlich recherchiertem Qualitätsjournalismus das, was Ranga als "fast&dirty" bezeichnet, also dem schnellen Raushauen von irgendwelchen Artikeln, auch gerne mal bei anderen abgeschrieben, aber hauptsache einer der ersten im Netz sein ![]()
Lacher des Abends war übrigens er hier... (bis zum Ende schauen!)
[video]
![]()
Naja, zu guter Letzt hat Ranga dann noch ein paar Analysen von Google Suchanfragen zu bestimmten Ereignissen im letzten Jahr gezeigt und da wird deutlich, dass die Halbwertszeit eines Interesses nach einem temporär punktuellen Ereignis auch nur 1 1/2 Wochen beträgt. Also nach dieser Zeit haben sich die Suchanfragen schon halbiert. Und schaut man sich den Verlauf an, dann sieht man, dass größere Katastrophen ganz schnell uninteressant werden, wenn etwas anderes passiert. Also auch alles nur ganz vorübergehend.
Übrigens: Die Analyse welche Nation sich wie stark für Tsunami und Fukushima in Japan interessiert, war auch höchst interessant. Deutschland interessiert sich mehr für die Vorfälle in Fukushima, als die Menschen in Japan selbst ![]()