Beiträge von gruenerdackel

    Man bekommt, was man bezahlt. Das ist allgemein zu verstehen und bezieht sich auf die allgemeine Zahlungsbereitschaft. Leider trifft das dann auch die Kunden, die bereit sind das gewisse „Mehr“ zu zahlen.

    Ich denke keiner der hier anwesenden würde dem Statement grundsätzlich widersprechen. Ich erst recht nicht. Ich hab es oft genug in die Welt hinaus posaunt. Ich tue mich dennoch im Bezug auf die neue Strategie der Lufthansa schwer damit. Denn es ist zweifelsohne die Tendenz "man bekommt nicht, was man zahlt" erkennbar. Und damit wird man langfristig Kunden vergraulen. Irgendwann kommt die Erkenntnis, dass das eventuell doch nicht die beste Lösung war und man rühmt sich dann daran, jetzt wieder mehr Service zu leisten. Revolutionär.

    Ich möchte noch einmal an den abschließenden Worten meines letzten Posts anknüpfen. Denn die "Arroganz der vergangenen Tage" spiegelt sich in einem gewissen (Irr-) Glaube der Unfehlbarkeit wider. Getreu dem Motto "Wir sind Lufthansa und haben noch nie etwas falsch gemacht". Das ging schon bei PanAm schief und es ging ebenfalls bei Swissair schief. Natürlich sind die Ursachen grundsätzlich anderer Natur aber es zeigt doch, dass es eben kein Too Big Too Fail gibt. Das soll dann auch schon das Ende der Analogie sein. Bevor wieder einer mit dem erhobenen Zeigefinger um die Ecke kommt.

    Natürlich ist der Aspekt der Sicherheitskultur, des CRM und der Ausbildung von Bedeutung und ich würde - auch wenn es den ein oder anderen Vorfall in der Group gab - behaupten, dass die Crews mit zu den besten auf unserem Erdenrund gehören. Fakt ist jedoch, dass nicht täglich Maschinen vom Himmel fallen. Wir leben in einem Allzeit-Hoch der Luftfahrtsicherheit. Und - ich kann mich da nur wiederholen - Max Mustermann hat nun mal keine Ahnung von CRM und den fachlichen Hintergründen. Der Otto Normalverbraucher hat, gerade aufgrund des Erbes, bei der Lufthansa eine gewisse Erwartungshaltung an Qualität und Service. Und wenn diese trotz höherer Preise eben dem der Low Cost Carrier immer ähnlicher werden, ja, dann fragt sich Max Mustermann eben tatsächlich "wozu Lufthansa?".

    Lufthansa, gerade an den Hubs ist ein extrem komplexes Konstrukt - mit der Materie bin ich nur zu gut vertraut. Egal ob da jetzt, gemessen an Frankfurt, FRA S/O, HCC (oder CCC wie es jetzt so schön heißt), 420 oder andere Abteilungen im Spiel sind. Das ist eine gut geölte Maschine, die (noch) von einer Hundertschaft unsichtbarer Hände am Laufen hält. Aber wenn ich genau diesen Aspekt auf billig trimme, riskiere ich, dass das gesamte Kartenhaus kollabiert. Darunter leidet in erster Linie dann das Soft Product. Und leider, leider stimmt seit einigen Jahren bei der guten Lufthansa das Hard Produkt schon lange nicht mehr. Die hohen Personalkosten kontrastieren dann leider ein nicht passendes Gesamtprodukt. Und da stehen, gemessen an anderen Fluggesellschaften, hohe Preise einem nicht angemessenen Produkt gegenüber.

    Die Economy Class wird langfristig wieder an Bedeutung gewinnen - auch für die wichtigen Geschäftsreisenden. Da kann man nicht nur auf ein solides Business Produkt setzen. Nicht zuletzt ebenfalls, weil etwaige Einsparungen, die ggf. nur für niedrige Tarifklassen der Economy Class angedacht waren im Gesamtheitlichen eben doch Auswirkungen auf die gesamte Airline haben.

    Anstatt sich gegenüber der Konkurrenz abzugrenzen - was man wunderbar könnte, wenn man nur wollte - kopiert man ein Modell, dass in seinen Grundzügen schon gänzlich andere Konditionen verlangt als die, die man hat. Und das hat in der Vergangenheit eben selten funktioniert. Ich habe auch hier erhebliche Zweifel.

    Profit oder Gewinn wäre die richtige Bezeichnung. Rendite ist das, was man den Aktionären auszahlt. Und diese negiert eine umfangreiche Re- Investition in das Unternehmen.

    Ich denke er hat schon ins Schwarze getroffen. Bei Lufthansa, gerade wenn man sich mal die Aktionärsstruktur ansieht, ist Rendite immens wichtig. Viele der Großaktionäre scheinen nicht am Erbe oder gar langfristigen Erfolg interessiert. Man bekommt doch den Eindruck, dass hier der schnelle "Cash Grab" im Vordergrung steht - und das zeigt sich auch in den mitunter haarsträubenden Sparprogrammen.

    Einiges schlechter gemacht. Bei diesem Thema wird gern vergessen, wie oft der Kundenservice bei der angesprochenen Ryanair vor der Pandemie kritisiert wurde.

    Ah, wusste ich doch, dass dieses Argument kommt. Stimmt ja auch. Ja, der Kundenservice Ryanairs ist in der Tat alles andere als fantastisch. Ich habe da selbst die Erfahrung gemacht. Allerdings geht auch die hochgelobte Lufthansa zunehmend in diese Richtung. Und da stellt sich erneut die Frage - vor allem aus dem Blick der Branchen-Außenseiter - wozu noch Lufthansa?

    LH produziert aufgrund alter Strukturen und sehr teuren Tarifverträge wesentlich teurer als vergleichbare europäische Airlines

    Was gern vergessen wird, sind Rahmenbedingungen, Sozialleistungen und Abgaben. Wo man sparen kann, tut man das, wo man Geld verdienen kann ebenso.

    Viele der Service Desks, meist für den Kunden unsichtbar, befinden sich inzwischen im Ausland. Und da sind inzwischen übrigens auch viele interne Verwaltungsstellen. Zusätzlich fertigt sich die Lufthansa zunehmend nicht mehr selbst ab. Operations Agents werden durch Load Master wegrationalisiert. Das Gros der Passage ist inzwischen in einer deutlich billigeren Tochterfirma, die natürlich weniger Rechte hat und außertariflich ist. Da stellt sich dann die Frage, ob diese Mitarbeiter noch gleich motiviert sind? Von der Fracht brauchen wir gar nicht erst reden. Und wer denkt nicht sofort an Manila, wenn er Lufthansa Technik hört? Aber schön das Controlling für das Controlling finanzieren. Es könnte ja Geld verschwendet werden.

    Das Geld versickert innerhalb der Lufthansa leider auch (ich sage explizit auch, damit es ja keiner falsch versteht) in Mitarbeitern mit uralt Verträgen, die sich in ihrer selbsternannten "Unkündbarkeit" immense Freiheiten anmaßen. Ob Fehlverhalten, wir nehmen Extremfälle jetzt mal außen vor, bei der LH wirklich Konsequenzen haben stelle ich jetzt auch mal fragend in den Raum.

    Das hört sich nun alles so an, als wäre ich absolut Anti-Lufthansa. Das stimmt nicht. Noch finde ich die Lufthansa klasse. Aber das zeigt bereits eines der Probleme, dem vermutlich auch andere Passagiere gegenüber stehen. Noch. Denn so langsam scheint sich die Lufthansa in ihrer selbst-etablierten Premiumrolle abzuschaffen. Und das obwohl man trotz der, man kann schon fast "behördlichen" Konzernstrukturen, die Möglichkeit bestünde, sich als führenden Premiumanbieter zu manifestieren. Aber dem steht die Arroganz aus vergangenen Tagen im Weg ...

    Die Lufthansa (und auch Group mit Ausnahme Swiss) hat doch bereits seit Jahren nur noch im entferntesten Sinne etwas mit Premium zutun.

    Kommt ganz darauf an, was man bereit zu zahlen ist. Man bekommt, was man bezahlt (meistens).

    Solche Aussagen sind, mit Verlaub, immer mit Vorsicht zu genießen. Gut, als jemand, der lange genug im Ground Handling Dienstleistungsunternehmen gearbeitet hat kenne ich diesen Spruch nur zu gut. Allerdings stehe ich dem neuen Onboard Delights Konzept etwas kritisch gegenüber.

    Das Argument der LH Group - um sich gegen die billige Konkurrenz abzusetzen - ist ja, dass man das nicht als zusätzliche Gewinneinnahme sondern als Zuwachs an Qualität sieht. Grundsätzlich ist die Idee nicht dumm und, nach dem was man so hört, auch recht gut angenommen von den Passagieren. Auf meinem letzen Flug vor zwei Wochen war ich, ohne es probiert zu haben, zumindest von der Auswahl recht überzeugt.

    Ein wenig doppelmoralisch wird es aber dann, wenn man die Argumentation des Kranich weiter betrachtet. Denn die Kernaussage ist, dass man anstatt der billig produzierten und zumeist qualitativ schlechten Snacks und Mahlzeiten nun qualitativ hochwertige und frische Produkte gegen einen fairen Preis anbietet. Nur erschließt sich mir bei mancherlei Produkten nicht ganz, wie das erreicht werden soll. Zum Beispiel findet sich im Onboard Delights die ehemals kostenlose Coca-Cola nun für 3,50€ wieder. Ich wage doch zu bezweifeln, dass hier plötzlich die Premium Coca-Cola angeboten wird.

    Nun sind wir alle hier, der eine mehr, der andere weniger, mit der Materie Fliegerei vertraut. Es dürfte aber jedem verständlich sein, dass es für einen Außenseiter nur schwer nachvollziehbar ist, wieso die doch meist recht teure Lufthansa gegenüber die billigen Konkurrenz nahezu keine Unterschiede mehr hat trotz - wie ich festgestellt habe - oftmals teurerer Preise. Und spätestens die Corona-Krise hat gezeigt, dass die Servicementalität im Falle von Irregualrities (sei es Flugannullierungen) doch nicht weit ab der der billigen Konkurrenz ist. Mitunter sogar schlechter. So hätte ich einen Ryanairflug kostenlos stornieren können, während die teurere Lufthansa nur eine kostenlose Verschiebung angeboten hat.

    Jetzt kann man natürlich wieder zu dem Argument "Man bekommt, was man zahlt." zurück kommen. Klar, in der Business Class bekomme ich weiterhin alle Annehmlichkeiten. In der Economy Class, die zukünftig eine größere Rolle spielen wird, kommt dieses Argument freilich dann nicht mehr so gut an.

    Und für eine derart traditionsreiche Airline, die darüber hinaus noch ihr Flagship mit "5 Starhansa" ziert, finde ich - zumindest auf die Argumentation bezogen - das Ganze etwas arm.

    Bye bye schönster & bester Airport des Kontinents!

    Was soll denn das jetzt heißen, bitte?! Frankfurt ist eindeutig der bess- ... oh gott ... was ist das? Tropft da Wasser durch die Decke?! Und dieser Geruch! Wieso geht das Gepäckband eigentlich nicht? Und die Deckenverkleidung ... sollte da nicht eine Deckenverkleidung sein???

    Ach ist das herrlich. Ein paar weitere Flusi "Entrepreneuuuuöööööhhhrs" mit einem einzigartigen Konzept. Man kennt es ...

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    Sensationell! Ich hätte mich aber im Rahmen der Berichterstattung über die Versicherung, dass keine Gitarren bei den Fotoarbeiten zu Schaden gekommen sind, sehr gefreut. Darüber hinaus sehe ich mich veranlasst zu fragen, ob alle Tiere an ihre planerisch vorgesehenen Endziele ausgeliefert wurden.

    Wieso glaubt ihr eigentlich alle, dass ihr enteist werdet?! Da kommt eine TSAT bis ins Nirvana, ihr fallt aus der Zeit und müsst aussteigen. Also realistischer geht es nun wirklich nicht.

    Aber da eben Partner dafür mit eigenen Services ins Boot geholt wurden, welche eben nicht von MS kommen, ist das schon was anderes, als eben reine Servernutzung für Multiplayer Spiele.

    Und genau das ist der Teil, der mich etwas stört. Mein Bauchgefühl sagt Subscription aber mein Kopf sagt: Wieso eigentlich? FlightAware und Meteoblue Dienstleistungen verstecken sich nicht hinter einer Paywall sondern sind öffentlich zugänglich. Und das Abrufen der Dienstleistungen durch den FS dürfte nicht wirklich zu einer erheblichen Mehrbelastund der Dienstleister führen. Immerhin müssen nur die Daten von den Dienstleistern auf die MS Server kommen - womöglich per API. Von dort aus ist die Rechenleistung und die Verteilung auf die einzelnen PCs Angelegenheit von Microsoft.

    Letztendlich müssen wir da wohl noch etwas warten. Ich könnte mir auch durchaus eine "Free" und eine "Pro" Version der Dienstleistungen vorstellen.