Beiträge von gruenerdackel

    Der Aufstieg von Ethiopian war auch der Anfang vom Ende für SAA. Ich kenne Ethiopian tatsächlich relativ gut aus operativer Sicht und, auch wenn ich meine ganz persönliche Meinung habe, die Airline macht einiges richtig. Unterm Strich hat ET durch ihre agressive Expansion und vor allem mittels des Star Alliance Beitritts SAA zumindest zum Teil die Daseinsberechtigung geraubt.

    Ein solides Produkt, sowie ein - vor allem für Afrika - hohes Maß an Sicherheit haben SAA über Jahrzehnte zur ersten Wahl als Netzwerk Carrier für das südliche Afrika gemacht. Mit dem umfassenden Netzwerk Ethiopians und nicht zuletzt auch durch "Wilderer" á la Turkish Airlines und Emirates hat SAA viel Boden verloren. Was man so hört war SAA auch noch durchzogen von einer Art "Kolonialstolz" der sich einerseits in Wünschen nach dem Standard einer früheren Zeit aber auch durch den Irrglauben die Vorzeigenation Afrikas zu sein manifestiert. Beides spiegelt schon lange nicht mehr die Realität wider aber jetzt wird es zu politisch.

    Grundsätzlich gibt es eine Rechtfertigung für SAA aber nicht mehr in diesem Maße.

    Tja, ist die Frage wer da dann das Geschäft an Slots und Routen irgendwann übernimmt.

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es über Kurz oder Lang eine SAA 2.0 geben wird. Letztendlich werden dadurch Verträge aller Art hinfällig. Sei es Gehälter, Leasing oder gar Pensionen. Der Markt ist ja da und ich denke er wird gefüllt. Mit einem Nachfolger zu besseren Konditionen.

    Mich stört ehrlich gesagt am meisten, dass ich der Meinung bin, das schon unzählige Male gesehen zu haben. Ich schließe mich jetzt einfach mal an und behaupte das ist die innere Seite eines 767 Triebwerks. Ich setze jetzt sogar einen drauf und behaupte es ist eine Delta.

    Ja, die Faustregel gibt es. Allerdings findet sie in der Praxis eher weniger Anwendung. Bei den klassischen Charter Airlines hast du sowas gerne. Da kannst du bei 180 Passagieren im A320 zum Beispiel die ganz klassiche 60/60/Rest Verteilung machen, sprich 60 Koffer ins CPT1 (vorne), 60 in CPT3 und den Rest in die 4 (beide hinten). Jeder (ex) Rampi dürfte das im Schlaf können. Andere Airlines wiederum steuern über die Passagiere. Und die Netzwerk-Carrier hoffen ohnehin nur, dass sie im Trim sind. Da gelten ganz andere Regeln.

    Anders sieht die Sache dann aber bei großen Flugzeugen aus. Natürlich achtet man auch hier auf ein möglichst guten Aft-CG, allerdings haben andere Ding hier Priorität. In erster Linie die Ladereihenfolge, Tail-Tipping-Procedures und vor allem, dass alles mit geht. Solange der Hobel im Trim ist, wird geflogen.

    Gerade die 752 ist sehr, sehr angenehm, was Weight & Balance betrifft - insofern wundert mich dein Problem. Eine Tonne pro Container halte ich tatsächlich für sehr wenig. Die klassischen 88'' Container haben ein Limit um die sechs Tonnen. Jetzt kann ich mir drei Dinge vorstellen, wie es zu deiner Situation gekommen ist:

    1) Viele Flugzeuge kommen mit vollgetankten Flügeln ohne Zuladung sehr schnell an ihr Trim-Limit. Kann sein, dass du mit deiner leichten Beladung und der 1/3 2/3 Verteilung den Effekt verstärkt hast.

    2) Ich kenne den Load Manager der CS757F nicht aber es kann durchaus sein, dass der CG Wert im grünen war. Aber leider gibt es nicht den CG Wert. Selbst wenn du im MACTOW im grünen bist, können dir MACZFW und MACLW den Hals brechen.

    3) Ich kenne dafür jedoch die Pax CS757 (Captain III) und muss sagen, dass sie sich leider nicht immer benimmt. Kann sehr gut daran gelegen haben.

    Mein Tipp: Strebe lieber eine mittige Verladung an. Das hat zwei Gründe: Zum einen bist du im Trim sicher, zum anderen haut es dir die Maschine beim Be- und Entladen nicht auf den Hintern. Passiert im Flusi zwar nicht - dafür leider hin und wieder in echt. Wenn du schweres Zeug hinten stehen hast und vorne entlädst hast du Spaß, wenn die Hebelwirkung einsetzt.

    Ich frage ihn mal, wenn ich ihn wieder sehe / spreche. Kann aber eine ganze Weile dauern.

    Zur 757F Beladung: was genau stellst Du dir denn unter "korrekt" vor? Da kommen in der Regel AAA Container oder anderweitige 88'' ULD rein und die werden halt so gestellt, dass das Moped im Trim ist. Richtig und falsch gibt es da so nicht. Außer, du lässt Zeug zurück - dann gibt's ärger. :D

    Momentan geht es richtig rund, was das betrifft. SunExpress fliegen noch nach und von Deutschland, wobei der Rückflug ferry durchgeführt wird (selbiges bei Corendon), Czech Airlines streicht nahezu alles, Air France hat massiv reduziert (KLC fliegt aktuell noch munter weiter), und Delta stellt auch demnächst für knapp 30 Tage ein. Einzig TUIfly und Condor fliegen (noch) munter weiter.

    Mittlerweile steht bei uns fast alles am Finger, da die Vorfeldpositionen mit Lufthansa vollgeparkt sind.

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    Mir tut es leid um die knapp 2.000 Beschäftigten, sowie noch weitreichender, alle Leidtragendenden, wie Flughäfen, Zulieferer, usw. Aber das Ende von flybe war lange absehbar, Es zeigt halt, wie komplex und unvorhersehbar die Branche ist. Das mit dem Corona ist natürlich ggf. der letzte Sargnagel aber auch ohne wäre es eng geworden.

    Die britische Regierung hat sich zunehmende von früheren Aussagen in Hinsicht auf Rettung distanziert. Die Investoren um Virgin Atlantic, der Stobart Group und Cyrus Captial haben ebenfalls, trotz ihrer immensen Investition, das Interesse verloren. Flybe war schon lange ein Faß ohne Boden. Und das ist beachtlich. Die Preise waren nicht selten mit Legacy Carriers zu vergleichen - die operativen Kosten dürften aber, gerade mit der Dash, deutlich geringer gewesen sein. Innerhalb eines Jahres wurden knapp 156 Millionen Euro (135 Mio. Pfund) an Investitionen buchstäblich verbrannt.

    2013 hat man bereits massive Probleme gehabt und Mitarbeiter entlassen. Dann kam die Entscheidung, als Erstkunde des Typs, die E195 wieder loszuwerden - nur acht Jahre nach dessen Einführung. Übrigens: Seit 2014 hatte flybe, der es nie wirklich hervorragend ging, zwei Rebrandings - und diverse Konzepte. Seit 2016 stand flybe auf äußerst wackligen Füßen. Da kam nämlich das nächste Restrukturierungsprogram - drei Jahre nach dem ersten.

    Unterm Strich ist es natürlich sehr schade, dass flybe weg ist - meine Meinung als Luftfahrtfanatiker. Ich sehe das Ganze aber aus einer anderen Perspektive. Das Verschwinden der Kleinen und die allgemeine Konsolidierung helfen einer Branche, die seit Jahren - tatsächlich wohl eher zwei Jahrzehnten - immer knapp vorm Kollaps steht. Selbstverständlich hoffe ich, dass alle Mitarbeiter neue Jobs finden aber ich hoffe vor allem auf eine baldige Besserung der Branche. Und die Weichen stehen, trotz Corona-Panik, auf "Bereinigung" des Marktes. Fliegen ist komplex und damit unweigerlich verdammt teuer. Und der Umbruch wird stattfinden. Vielleicht nicht zu Gunsten aller - aber hoffentlich zu Gunsten der Mehrheit.