Beiträge von Torti_294

    Ein bereits Monate anhaltender Arbeitskampf belastet die Fluggesellschaft Qantas. Am Ende könnte eine Übernahme der Fluggesellschaft stehen.

    Acht Minuten brauchte er für seine Verzweiflungstat. Acht Minuten, in denen Qantas-Chef Alan Joyce den Betrieb einer der größten, internationalen Airlines komplett stilllegte. Hintergrund ist ein monatelanger Arbeitskampf mit den Gewerkschaften. Nach deutschem Recht ist eine solche Aussperrung umstritten. Joyce hingegen schien sich darüber zu freuen: Binnen acht Minuten sei keine Maschine mehr abgehoben, verkündete er auf einer Pressekonferenz.

    Ein Chef greift durch – mit einer in der Luftfahrtgeschichte wohl einzigartigen Aktion. Bereits beladene und startbereite Flugzeuge kehrten an die Gangways zurück, rund 70.000 Qantas-Passagiere verstopften die Terminals in 22 Ländern. Bereits gestartete Flugzeuge durften ihre Reise fortsetzten. Die Regierung informierte Joyce nur drei Stunden vorab.

    Der materielle wie ideelle Schaden für Qantas ist immens, obwohl ein von der Regierung eilig bestellter Schlichter inzwischen alle Streikaktionen untersagt hat. Am Montag hoben die ersten Jets wieder ab – 44 Stunden waren sie am Boden geblieben. Einen hohen zwei-, wenn nicht dreistelligen Millionenbetrag habe die Aktion gekostet, heißt es. Genaue Zahlen gibt es nicht. Mit der Stilllegung der gesamten Qantas-Flotte kappte Australien viele seiner Außenverbindungen. Kaum abzuschätzen, welcher volkswirtschaftliche Schaden dem Land zugefügt worden wäre, hätte der Schlichter anders entschieden.

    Die unglaublich hohen Kosten einer Betriebsstilllegung in dieser Branche, sagt der Hamburger Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt, seien "ein sicheres Indiz", dass die Aussperrung für das Qantas-Management die ultima ratio sei. "Fluggesellschaften erhalten sich durch einen raschen Geldkreislauf am Leben, die Passagiere gehen in Vorkasse", sagt Großbongardt. Müssten Tickets im großen Umfang zurückerstattet werden, "schneidet das sofort die Liquidität ab und reißt ein Loch in die Bilanz. Das macht Unternehmen der Luftfahrtbranche besonders angreifbar."

    Der Arbeitskampf bei Qantas hält seit Jahresbeginn an. Der Vorstand will die Fluglinie mit Investitionen in Milliardenhöhe runderneuern. Zugleich droht das Management der Belegschaft unverhohlen mit der Verlagerung von Arbeitsplätzen in südostasiatische Nachbarländer, um die Lohnkosten zu drücken. Neue Billigflieger sollen Qantas' Marktposition verbessern. Als Reaktion auf diesen Plan ergriffen mehrere Einzelgewerkschaften bislang nicht gekannte Maßnahmen: So gaben Piloten ihre Verhandlungsposition über den Bordfunk bekannt. Und ein hochrangiger Gewerkschafter empfahl den Qantas-Kunden, aufgrund geplanter Streikaktionen bis Weihnachten besser keine Tickets mehr zu kaufen.

    Das Betriebsklima ist vergiftet. Seit es 2008 zu einem Vertrauensbruch zwischen Management und Belegschaft kam, belasten verbittert geführte Arbeitskämpfe das Unternehmen. Alan Joyce sagte am Wochenende, Gewerkschafter hätten gedroht, "uns ein weiteres Jahr lang zu grillen". Die wiederum bezichtigen Joyce der Lüge. Seit der Privatisierung des Unternehmens sei das Management "besessen davon, das Ergebnis zu steigern und Kosten zu reduzieren", beschreibt ein früherer Flugbegleiter die Lage.

    Erkennbare Versuche, den Riss im Unternehmen zu flicken, gab es auf beiden Seiten nicht. Im Gegenteil: Der Graben zwischen Vorstand und Belegschaft vertiefte sich. Die Aussperrung der gesamten Belegschaft vom Wochenende offenbare "ein erhebliches Maß an Spannung", sagt Heinrich Großbongardt. Das Unternehmen Qantas funktioniere nicht mehr. "Um hoch profitabel zu sein, brauche ich qualifizierte Mitarbeiter. Diese komplett auszusperren ist eine kurzfristige Denkweise in extrem kostengetriebenen Branchen wie der Luftfahrt", sagt Großbongardt.

    Viel zu verteilen gibt es schon länger nicht mehr. Während der zum Unternehmen gehörende Billigflieger Jetstar noch satte Gewinne ausweist, ist die Traditionsmarke Qantas auf den Interkontinentalrouten längst nicht mehr profitabel. Von vielen Australiern wurde Qantas aufgrund seines einst umfangreichen Langstreckennetzes als Krake bezeichnet – inzwischen verliert der Krake einen Arm nach dem anderen: Lag Qantas' Marktanteil 1995 noch bei über 40 Prozent, so schrumpfte der Anteil 2011 auf knapp 19 Prozent. Günstigere Wettbewerber aus arabischen Ölförderländern wie beispielsweise Emirates drängten auf die umkämpfte Strecke von Europa nach Australien. Qantas hingegen verspekulierte sich bei den Kerosinpreisen und wartet seit 2008 vergeblich auf die Auslieferung des treibstoffsparenden Dreamliners von Boeing.

    Aufgrund der schlechten Ertragslage gilt die Fluglinie seit Längerem als Übernahmekandidat. Ein Angebot von British Airways vor drei Jahren wurde von der australischen Regierung gestoppt. In der aufgeheizten Stimmung, kurz vor dem sehr wichtigen Weihnachtsgeschäft, hängt die Zukunft des Unternehmens vom geplanten Umbau ab. Für 7,1 Milliarden Euro hat der Vorstand bei Airbus neue Flugzeuge für die Mittelstrecke bestellt. Kann sich Qantas auf den geplanten Verbindungen, etwa nach China, nicht behaupten, droht ein finanzielles Fiasko.

    Vorerst hat die Regierung alle Streikaktionen untersagt. In drei Wochen folgt ein bindender Schlichterspruch. Problematisch aber ist der seit Jahren aufgestaute Frust in der Belegschaft. Die Gewerkschaften fordern Arbeitsplatzgarantien, doch das läuft den Sparplänen des Managements zuwider. Die geforderten Lohnzuwächse von bis zu fünf Prozent liegen oberhalb der Inflationsrate von drei Prozent. Gewerkschafter Joshua Genner von der Transport Workers Union sagt unmissverständlich: "Der Arbeitskampf ist auch nach dem Schlichterspruch nicht vorbei." Früher seien er und seine Kollegen stolz gewesen, für Qantas zu arbeiten. "Heute behandelt uns das Management respektlos."

    Das bekannte Qantas-Motto Spirit of Australia empfindet Joshua Genner infolge der geplanten Verlagerung nach Südostasien als zynisch. Viele Australier teilen diese Meinung. Mit geschicktem Marketing verstand es die australische Tourismusbranche über Jahre hinweg, Qantas-Werbung mit aufregenden Landschaftsbildern zu verquicken. Mit dem geplanten massiven Abbau von Arbeitsplätzen dürfte dieses heile Australienbild künftig kaum noch zu vermitteln sein.

    Quelle: Zeit.de

    Noch bis in den frühen morgen:

    Dittsche – Das wirklich wahre Leben: Die lange Dittsche Nacht- ab 23.15Uhr WDR

    U.a.

    +++ Die Lange Dittsche Nacht +++

    * 23:15 Uhr: Dittsche (Folge 157 mit Gast Arnd Zeigler)
    * 23:45 Uhr: Das Dittsche-Heimspiel (mit Gästen)
    * 00:45 Uhr: Dittsche – Best of
    * 01:25 Uhr: Dittsche – Making of (Hinter den Kulissen)
    * 02:05 Uhr: Dittsche (Wiederholung Folge ???)
    * 02:35 Uhr: Dittsche (Wiederholung Folge ???)
    * 03:05 Uhr: Dittsche (Wiederholung Folge ???)
    * 03:35 Uhr: Dittsche (Wiederholung Folge ???)
    * 04:05 Uhr: Dittsche (Wiederholung Folge ???)

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    Ich hatte die Fehlermeldung mit fe. auch schon mal im Frühjahr, ich kann es aber leider nicht mehr zurückverfolgen, was der Auslöser war. Ich bin der Meinung, es hing mit der MD11 PMDG zusammen, die ich neu installierte. Seit Frühjahr: Alles tutti hier. Muss aber nix mit dir zu tun haben. Ich hatte auch gegoogelt und i-ein Beitrag war der Richtige unter gefühlten 5000.