Lockere Schraube ließ Tür abreißen
Ursache für Unfall mit ICE-Tür gefunden
Ein lockeres Verriegelungsgestänge hat den ICE-Unfall mit einer verlorenen Tür am vergangenen Samstag bei Montabaur verursacht. Das geht aus einer von der Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes (EUB) veröffentlichten Erklärung hervor.
Die Deutsche Bahn AG wird nun alle ICE 3 der ersten Bauserie bis zum 3. Mai einer besonderen Untersuchung unterziehen. Bis zu deren Abschluss fahren diese ICE-Züge in Tunnels auf der Neubaustrecke Köln-Rhein/Main und Nürnberg-München nur noch mit Tempo 250 und zwischen Rohrbach-Würzburg und Mannheim-Stuttgart nur noch 220 Kilometer pro Stunde.
Beim ICE 105 Amsterdam - Basel hatte sich am Samstag bei der fraglichen Tür eine Stellmutter am Verriegelungs-Gestänge gelöst, das die drei Riegel oben, in der Mitte und unten verbindet. Der Wagen hatte daraufhin die Tür verloren, die seitlich an einen entgegenkommenden ICE geprallt war, dort Scheiben zerstört und so sechs Personen leicht verletzt hatte.
Geschlossen, aber nicht verriegelt
Das durch die gelöste Mutter aufgetretene Spiel im Gestänge führte dazu, dass die mittlere und untere Verriegelungsvorrichtung zwar in Stellung "geschlossen", jedoch nicht in die Endstellung "verriegelt" gebracht werden konnten, wie die Ermittler berichteten. Lediglich die obere Verriegelung war verschlossen und verriegelt.
Keine Warnanzeige beim Lokführer
Nur dort ist aber bei der ersten Bauserie des ICE 3 eine Verriegelungskontrolle angebracht, die dem Lokführer meldet: "Türe verschlossen und verriegelt", sodass er abfahren kann. Deshalb wurde die Tür im Cockpit als ordnungsgemäß verschlossen angezeigt. Bei der zweiten Bauserie 403 befindet sich eine Verriegelungskontrolle an der oberen und unteren Verriegelung, sodass zusätzlich eine nicht ordnungsgemäß verriegelte Tür gemeldet werden kann.
http://www.tagesschau.de/inland/ice178.html