ZDF Special jetzt-vielleicht gibt es auch Infos bezüglich der Landung...
EDIT:
Nach dem Absturz der Präsidentenmaschine
Was geschah im Cockpit?
In die Trauer um die 96 Absturzopfer an Bord der polnischen Präsidentenmaschine mischen sich immer mehr Spekulationen, warum der Pilot trotz des schlechten Wetters vier Mal zur Landung ansetzte. In polnischen Medienberichten wurde gemutmaßt, dass die Cockpitbesatzung von jemandem an Bord - möglicherweise dem Präsidenten Lech Kaczynski oder einem ranghohen General - zur Landung gedrängt wurde. Eine Rücksprache zwischen Pilot und Staatschef sei durchaus üblich, bestätigte Ex-Präsident Lech Walesa.
November 2008: Eklat beim Landeanflug
Genährt wurde der Verdacht von einem Zwischenfall im November 2008: Nach dem Krieg zwischen Russland und Georgien hatte sich Kaczynski mit der Regierung in Tiflis solidarisiert. Demonstrativ besuchte der polnische Staatschef die Krisenregion. Beim Anflug auf Georgien kam es zum Eklat: Der Pilot widersetzte sich der wiederholten Anweisung von Kaczynski, trotz unsicherer Bedingungen direkt im Konfliktgebiet zu landen. Er steuerte einen Flughafen im benachbarten Aserbaidschan an. Kaczynski, der mit einem Auto weiterreisen musste, warf dem Piloten daraufhin Befehlsverweigerung vor.
Ob es beim Flug nach Smolensk eine ähnliche Situation gegeben hat, ist bislang reine Spekulation. Dazu muss erst der Stimmenrecorder der Blackbox ausgewertet werden. Sicher ist aber, dass es Auffälligkeiten gab. Zu den noch ungeklärten Fragen gehört auch, warum der Pilot nicht den Rat der Fluglosten in Smolensk befolgte und ins weißrussische Minsk oder nach Moskau auswich. Eine Erklärung könnte das angespannte Verhältnis zwischen Polen und Weißrussland sein. Auch zur Regierung in Moskau hatte der streitbare polnische Präsident ein angespanntes Verhältnis. Dies war auch mit ein Grund dafür, warum Kaczynski nicht zur offiziellen Gedenkfeier an das Massaker von Katyn eingeladen worden war, sondern Ministerpräsident Donald Tusk
Druck auf den Piloten?
Nach Ansicht der deutschen Pilotenvereinigung Cockpit deutet beim Absturz von Smolensk viel auf eine Beeinflussung des Piloten hin. Bis zur Auswertung der Blackbox könne man zwar nur über die Absturzursache spekulieren, sagt Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg gegenüber stern.de. "Doch dass vier Anflüge versucht wurden, legt nahe, dass hier Druck auf die Piloten ausgeübt wurde." Vier Landeanflüge seien "sehr ungewöhnlich", sagt Handwerg, der selbst erfahrener Flugkapitän ist.
Ein vierter Landeversuch verstößt zudem gegen die international gültigen Regeln: Das ist "ein absolutes No-Go", sagt der Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt. Zu groß seien der Stress und die Anspannung, die ein Pilot nach drei erfolglosen Anflügen aushalten muss. "Der Pilot wird in seinem eigenen Schweiß gesessen haben", mutmaßt auch Ute Otterbein von der Deutschen Flugsicherung (DFS).
http://www.tagesschau.de/ausland/kaczynski184.html