Fernverkehr rund um Bielefeld steht still
Fahrplan außer Kraft
Der Schaden auf der Bahnstrecke zwischen Hamm und Neubeckum ist noch nicht behoben, da entgleisen auf gleicher Strecke knapp 100 Kilometer nordwestlich davon weitere Güterwaggons. Der Fernverkehr rollt nun wieder langsam an, Busse ersetzen den Nahverkehr. Es ist mit Verspätungen von bis zu einer Stunde ist zu rechnen.
Was ist los bei der Bahn? Innerhalb von 36 Stunden entgleisen auf einer Strecke zwei Mal mehrere Waggons. "Die Ursachen sind zurzeit noch völlig unklar", sagte Bahnsprecher Gerd Felser am Mittwoch (06.01.10) WDR.de. Nach seinen Angaben entgleisten am frühen Mittwochabend zwischen Minden und Vennebeck, kurz hinter Porta Westfalica, drei von 20 Waggons eines Güterzuges mit leeren Kohlenwagen. Menschen seien dabei nicht zu Schaden gekommen.
Zunächst war der Streckenabschnitt mit seinen vier Gleisen komplett gesperrt. Dann konnte nach Bahnangaben über ein Gleis langsam der aufgestaute Fernverkehr an der Unfallstelle vorbeigeleitet werden. Der neu eintreffende Fernverkehr sei über Altenbeken und Paderborn weiträumig umgeleitet worden. Ob bereits in der Nacht die Strecke langsam eingleisig befahrbar bleibt, war zunächst noch offen. Es werde aber mit Sicherheit zwischendurch immer wieder Sperrungen des Abschnitts für den Transport von Bergungsmaterial geben, erklärte die Bahn am Mittwochabend. Unklar ist noch, ob und welche Schäden an Gleisen, Oberleitungen oder Signalanlagen entstanden sind.
Ein Gleis für den Fernverkehr wieder frei
Arbeiter versuchten die ganze Nacht zu Donnerstag (07.01.09) über die Gleise zu räumen. Am Donnerstagmorgen konnte der Fernverkehr wieder langsam anlaufen. Die Bahn gab sowohl in Vennebeck als auch in Neubeckum eins von vier Gleisen für den Fernverkehr wieder frei. Es könne zu Verspätungen von bis zu einer Stunde kommen, sagte ein Bahnsprecher. Der Nahverkehr werde weiterhin umgeleitet, es werden Busse eingesetzt. Die Aufräumarbeiten dauern an. Einige Waggons seien bereits wieder aufgegleist, sagte ein Bahn-Sprecher.
Verspätungenbis zu zwei Stunden
Gestrandet auf dem Bahnhof Löhne
Der Unfall am Mittwoch passierte auf dem gleichen Streckenabschnitt zwischen Hamm und Minden, auf dem am Dienstag (05.01.10) bereits in den Nähe des Bahnhofes Neubeckum im Münsterland ein Güterzug entgleist war. Dabei waren neun von 44 Waggons aus den Gleisen gesprungen. Der Lokführer blieb unverletzt.
Zwei Entgleisungen und viele Auswirkungen
Auf jeden Fall müssen sich Bahnreisende zwischen Berlin und NRW auf noch länger andauernde Verspätungen und Einschränkungen einstellen. Zuvor hatte die Bahn mitgeteilt, dass wegen der ersten Entgleisung die Reparaturarbeiten bis mindestens Donnerstagabend (07.01.10) andauern würden. Bahnsprecher Torsten Nehring sagte, dass die Bahn über ausreichend schweres Gerät, Schienenkräne und Spezialpersonal verfüge, um an beiden Stellen gleichzeitig zu arbeiten. Sicher sei jedoch, dass die Auswirkungen für den Bahnverkehr in Form von Verspätungen noch mehrere Tage zu spüren sein würden, denn selbst nach Abschluss der Reparaturen müssten die Züge noch langsamer als normal fahren: "Eine neue Weiche muss zum Beispiel erst mal justiert und vorsichtig belastet werden", so Nehring. Erschwerend komme die winterliche Witterung mit Schnee und Frost hinzu.
An der alten Unfallstelle bei Neubeckum sind vier verunglückte Waggons des Gütertransporters in der Nacht auf Mittwoch abtransportiert worden. Auf mehreren hundert Metern müssen dort zerstörte Gleise repariert werden. Zudem werde an beschädigten Weichen, Signalanlagen und Oberleitungen gearbeitet. In Vennebeck im Kreis Minden-Lübbecke sind nach Bahnangaben zwischen 800 und 1.000 Meter Gleisstrecke betroffen. Der Sachschaden wird wohl in die Millionen gehen.
http://www.wdr.de/themen/verkehr…um/100106.jhtml