Beiträge von ICKE

    Zu 1 und 2) Ich fürchte, so einfach wird das leider nicht sein ;) Aber schreibe den Herstellern doch mal ne Mail. Vielleicht lässt sich damit ordentlich Kohle verdienen ^^

    zu 3) Das Flugzeug konnte/durfte nicht starten, weil es erstmal geklärt werden musste, ob man es überhaupt einsetzen kann (Stand Sonntag bzw. Montag) und dann, weil keiner Verantwortung für einen solchen Flug übernehmen wollte :(

    Siehe meinen Nachtrag oben ;)

    Fazit: Nein, und wenn, dann entweder zu spät oder die Daten wurden anscheinend nicht berücksichtigt.
    Auch bei den Telefonkonferenzen, an denen ich teilgenommen hab, war immer nur von Computermodellen die Rede (zu Wort gekommen ist eh "nur" das VAAC).

    Nun ja, absolute Sicherheit wird es nie, auch bei "normalen" Flügen ohne Aschewolke, geben. Aber man könnte ja LIDAR und Messflugdaten nutezn. Dazu dann die Modelldaten und das Bild wäre in meinen Augen so gesichert wie möglich.

    Hier noch ein Auszug aus dem aktuellen Spiegel-Online-Artikel.
    [quote]Wo war die Asche?
    [...]
    Das verwundert. Denn andere Forscher haben längst Ergebnisse präsentiert. Sie legen den Schluss nahe, dass Einschränkungen des Luftverkehrs über Europa zu keiner Zeit notwendig waren. Höchstwahrscheinlich wurde die als kritisch für Jet-Triebwerke angesehene Konzentration von 2000 Mikrogramm Aschepartikel pro Kukikmeter Luft nicht überschritten.

    Das Leipziger Institut für Troposphärenforschung (IfT) etwa betreibt ein spezielles Laserinstrument für atmosphärische Messungen ("Lidar") in Stockholm. Nach Auskunft von IfT-Wissenschaftlern ermittelte es in der Nacht zum Mittwoch, als die Wolke Schweden erreichte, Werte zwischen lediglich 300 und 500 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Erwartet hatte man 2000 bis 4000. Am Institutsstandort in Leipzig selbst wurden nicht einmal hundert Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter gemessen. Allerdings liegt Leipzig etwas außerhalb der sich ausbreitenden Aschewolke.
    Werte deutlich unterhalb der kritischen Schwelle werden auch aus Norwegen gemeldet. Dort gibt es ein Netzwerk von Partikelmessgeräten am Boden. Die Instrumente stehen unter anderem in Stavanger, Bergen und Oslo. "Sie haben gestern maximal 300 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen", sagt der Atmosphärenphysiker Fred Prata vom Norwegischen Institut für Luftforschung (Nilu) in Oslo.

    Auch Atmosphärenforscher aus dem Forschungszentrum Jülich (FZJ) stießen bei ihren Untersuchungen nicht wie befürchtet auf gefährlich dichte Vulkanschwaden. Die Wissenschaftler messen seit Dienstagnachmittag mit einem mobilen Lidar im schleswig-holsteinischen Rendsburg - und damit genau im Korridor der Aschewolke. "Die Konzentration scheint insgesamt sehr niedrig zu sein", teilte das FZJ nach einer ersten Auswertung der Signale heute Vormittag mit. Diese seien "deutlich kleiner als beim Eyjafjallajöküll" im vergangenen Jahr.[quote]

    Meine Rede :rolleyes:

    Sehe ich anders. Es gibt mittlerweile genug Beweise, dass das bei weitem nicht so gefährlich ist, wie angenommen wird. Klar, durch den direkten Plume über Island will ich auch nicht fliegen. Und es hat auch keiner was dagegen gesagt, dass man am Sonntag und Montag den Islandischen Luftraum weiträumig gesperrt hat und man dadurch Umwege in Kauf nehmen musste.

    Klar, es geht um Menschenleben. Aber in meinen Augen ist das Risiko genau so kalkulierbar (oder auch nicht) wie ein Birdstrike oder technische Probleme ;)

    Aber rein auf Basis von Mutmaßungen, Schätzungen und Computermodellen zu agieren, ist in meinen Augen unprofessionell!

    P.S: Ein sicherlich ähnlich gelagertes Beispiel sind Hurricanes. Dort wissen wir auch "nur" auf Grund von Satellitendaten und Modellen, wann sie wo sind und wohin sie ziehen. [uTrotzdem[/u] werden täglich Messflüge unternommen, weil man sich eben einfach nicht nur auf besagte Daten und Modelle verlassen kann. Täte man dies, würden die Airlines (und sicherlich auch alle Einwohner betroffener Gebiete) genau so protestieren wie jetzt. Und diese Gefahr ist wesentlich realer als die ominöse Aschewolke.

    Ich sage ja auch nicht, dass wir das alles auf die leichte Schulter nehmen sollten! Aber das, was in Europa zur Zeit wieder gezeigt wird, ist doch eher Hysterie!

    Du sagst selbst, dass sich die Situation in der Atmosphäre binnen kurzer Zeit ändern kann. Richtig. Aber eben genau deswegen sind doch solche genrellen Verbote für den A*sch, oder nicht? Und nochmal: Wir sprechen hier über eine "Aschewolke", die nicht nur ein paar Stunden, sondern TAGE in der Luft war.

    Und natürlich will ich nicht nur auf Grund einer Momentaufnahme entscheiden lassen. Aber diese Momentaufnahme solle meiner Meinung nach bitte in die Entscheidungsfindung mit einfließen! Von mir aus kann man doch kontinuierlich messen. Und wenn man dann feststellt, dass die "Grenzwerte" (über deren Zustandekommen ich mich jetzt hier nicht nochmal aufrege ;)) überschritten werdne - erst DANN handle ich. (Und mal so ganz unter uns: Du willst doch nicht behaupten, dass es hier über Berlin ausgerechnet von 11-14 Uhr lokal so gefährlich war, dass man nicht mehr fliegen konnte :rofl: ).
    So geschehen in Norwegen. Das VAAC-Modell sieht bei denen eigentlich eine Redzone in den nächsten Stunden vor. Aber dort wurde auf Grund lokaler Messwerte (!) entschieden, dem Modell nicht zu folgen und von rot auf grau runterzustufen. Das nenne ich durchdachtes handeln.

    Und da du nun wiederholt anführst (siehe Air-France-Thread ;)), dass in der Luftfahrt keiner den totalen Überblick hat: Natürlich hast du damit recht. Aber sollte man nicht spätestens, wenn die Wolke Festland erreicht, alle verfügbaren Ressourcen darauf verwenden, so viele Daten wie möglich zu erhalten? Genau daran scheitert es meiner Meinung nach dieses Jahr erneut (und das muss nicht sein).

    Ach ja, guck dir mal den Beitrag über deinem an. Dürfte dich sicher interessieren (hab ich gepostet, als du beim Tippen warst ^^)

    @ Stefan: Vom Aufwand der Planung mal abgesehen, stört es "uns" (und ich denke, ich spreche hier für alle meine Kollegen), dass wir sehen bzw. mitbekommen, was gemacht werden könnte (um Daten zu bekommen etc.), und was leider nur gemacht wird. Und natürlich hängen da dann auch unsere Interessen dran, dass die Firma enormen finanziellen Schaden erleidet.
    Nochmal, wenn man es nicht besser weiß --> safety first! Und wenn dann halt tagelang nicht geflogen werden kann, dann ist das eben so. Wir sollten, 13 Monate nach Eyjafjalla... aber schlauer sein und nicht mehr auf Kaffeesatzleserein angewiesen sein!

    @ Basti: Siehe meinen Beitrag zum Falcon-Testflug. Man hat sehr wohl schon Hinweise und Messwerte ;) Handelt blos nicht dementsprechend.

    @ all: Ich weiß inzwischen von mind. drei Airlines, bei denen nach Transatlantikflügen "durch" die Wolke After-Landing-Inspections gemacht wurden, [b]ohne das auch nur bei einem Flieger was gefunden wurde!

    Habe mal kurz nach dem Bericht gegoogelt, der nach dem Falcon-Testflug letztes Jahr veröffentlich wurde. Das ganze pdf gibt es hier: KLICK

    Für mich mit das wichtigste steht auf Seite 1:

    Zitat

    Nach dem Flug wurde die Falcon einer Inspektion unterzogen. Dabei wurden keine Beschädigungen der Triebwerke (nach einer Boroskopie), Fenster oder anderer Bauteile festgestellt. Weitere Triebwerksinspektionen laufen noch. Silberfolien, die an Flügelbehältern befestigt waren, zeigten keine sichtbaren Einflüsse von den Vulkanaschepartikeln.


    Angeblich war man da ja durch ein genauso gefährliches Gebiet geflogen, welches die letzten Tage über England, Skandinavien und Deutschland gelegen hat....:gruebel:

    Peter, zu den Bildern haben wir uns letztes Jahr schon "gefetzt", wenn ich mich nicht irre ;) Die Bilder stammen meines Wissens von einem Flug, der in "unmittelbarer" Nähe zum Vulkan und kurz nach dessen ersten Ausbruch durch die Wolke gedüst ist. Da findet sich dann eine wesentlich höhere Konzentration an Aschepartikeln, als wir sie nach 4 Tagen hier über den Kontient je finden werden.
    Generell finde ich es ein wenig "gewagt", hier Bilder eines ganz anderen Ereignisses anzubringen ;)
    Es ist meines Wissens bisher noch kein Verkehrsflugzeug abgestürtzt, weil es durch Vulkanasche geflogen ist. Die einzigen mir bekannten Vorfällte sind British Airways und KLM gewesen, bei denen kurzzeitig mal die Öfen ausgegangen waren. Die sind aber auch direkt über dem Vulkan durch die "frische" Wolke geflogen, und nicht tausende von Kilometern entfernt durch tagelang vermischte Luft!

    Ich denke, ich spreche jetzt auch mal für Toto und alle anderen, die hier "schimpfen". Sicher hast du mit "safety first" recht. Und im letzten Jahr hat man sicherlich auch so lange geschlossen, weil man es nicht besser wusste. Nun haben wir aber nicht mehr 2010, sondern es sind 13 Monate vergangen, in denen NICHTS passiert ist. Glaub mir, ich weiß wovon ich rede!

    Es ist nach meinem Kenntnissstand noch immer kein Messflugzeug in der Luft gewesen, obwohl es bei den Briten schon seit mind. 24 Stunden einsatzbereit ist. Der Grund, keiner will die Verantwortung übernehmen!

    Nächste Frage: Warum wartet man nicht LIDAR-Daten ab, bevor man einen Luftraum und/oder Airport schließt? Wie du hier lesen kannst, hätte man sich den ganzen Terz sparen können, wenn man auf Grund der Messdaten entschieden hätte, und nicht, weil eine Simulation andeutet, dass da was sein KÖNNTE!

    Zitat von Spiegel Online

    Erst ab zwei Milligramm Asche pro Kubikmeter Luft ist das Fliegen verboten. Ob der Wert am Mittwochvormittag tatsächlich erreicht wurde, erscheint nach ersten Messungen zweifelhaft. Mehrere große Flughäfen, darunter Berlin und Hamburg, waren geschlossen worden, Zehntausende Reisende saßen fest.

    "Die Aschekonzentration scheint insgesamt sehr niedrig zu sein", teilte das Forschungszentrum Jülich jetzt mit. Das Messsignal sei "deutlich kleiner" als 2010 beim Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull. Die Jülicher Forscher haben seit Dienstagabend mit Laserstrahlen den Partikelgehalt der Luft über Schleswig-Holstein gemessen. Ihr Messgerät befindet sich in der Nähe von Rendsburg.


    Stattdessen schließt man Flughäfen nur auf Grund von willkürlichen Grenzwerten, die selbst von der VC angezweifelt werden. Und die werden sicherlich nichts fordern, was ihren Mitgliederinteressen zuwiderspricht ;)

    Wie gesagt: So lange man es nicht besser weiß, ist es sicherlich sehr vernünftig, eher zu früh zu agieren als zu spät. Aber in diesem Fall hat man es besser gewusst und, und das ist in meinen Augen das wichtigste, man hätte es schon früher besser wissen müssen, wenn man wirklich aus den Ereignissen des letzten Jahres gelern hätte!

    Air Berlin meldet im Facebook, dass Berlin wieder ab 14 Uhr aufmachen soll.
    Ist dem wirklich so, muss mir danach mal unbedingt einer erklären, warum grade die drei Stunden für die Luftfahrt hier in Deutschland so gefährlich waren! ?(:cursing: :wall:

    Hmm, morgen droht uns wohl die Schließung des norddeutschen Luftraumes --> Klick :wall: :thumbdown:

    Aber wenn selbst die VC was dagegen zu meckern hat, sagt das schon einiges, wie ich finde :S

    Zitat

    Die Pilotenvereinigung Cockpit hat das Bundesverkehrsministerium wegen der Grenzwerte für Flugasche kritisiert. Solche Grenzwerte seien zwar sinnvoll, sagte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg am Dienstag den Zeitungen der Essener WAZ-Mediengruppe (Mittwochausgabe). Das Problem sei aber, dass diese Grenzwerte nicht für ganz Europa gelten.

    Außerdem stellte Handwerg das Zustandekommen der Grenzwerte in Frage: "Die jetzt geltenden Werte wurden nicht im Test ermittelt." Man habe "konservative Werte zugrunde gelegt, einen Sicherheitspuffer drauf gelegt und ein wenig gerechnet". Auch ein Jahr nach dem Chaos auf den europäischen Flughäfen nach dem Ausbruch des Eyjafjallajökull seien keine "konkreten Tests" zur Ermittlung der Gefahr von Vulkanasche für die Flugzeuge durchgeführt worden. "Die Werte könnten durchaus zu niedrig, aber auch zu hoch angesetzt sein", sagte Handwerg.