Als "direkt" Betroffener will ich auch meinen Senf noch zum Thema dazu geben:
Bin selber auch schon 22,5 Jahre im Konzern, habe den Wandel von der verbeamteten Behördenbahn bis zum international breit aufgestellten Logistanbieter miterlebt. War eine zum Teil spannende, zum Teil lustige, zum Teil verwirrende und zum Teil frustierende Zeit.
Ich begrüße ausdrücklich die "Privatisierung", halte einen Börsengang oder einen Verkauf an langfristig ausgerichtete Investoren (Staatsfond o.ä.) für richtig. ABER: nur den Transport & Logistikbereich, eventuell noch den Personenverkehr.
Der gesamte Bereich "Netz" sollte aus dem Konzern herausgelöst werden und wie die übrige öffentliche Infrastruktur in Bundes-/Landesbesitz verbleiben.
Herr Mehdorn war für mich immer eine Fehlbesetzung als Konzernlenker. Er mag den Konzern weit voran gebracht haben, aber seine persönliche, beleidigende Art, fand ich grenzwertig, fast abstossend. In der Belegschaft dürfte er in all den Jahren sehr wenig Rückhalt gehabt haben.
Begrüssen wir jetzt also den neuen Chef, Rüdiger Grube, im eilt ja ein sehr guter Ruf voraus. Interessant, daß auch Herr Grube aus dem Bereich des Flugzeugbaus kommt, wie schon Herr Mehdorn und viele andere Spitzenleute bei der Bahn (aktuell und ehemals, Dr. Kremper, Herr Malmström).
Ein Glück ist es ein Mann aus der Wirtschafts und kein ex-Politiker, dem man einen Versorgungsposten zuschustern will.
Das größte Problem wird für die neue Konzernspitze sein, wie man auf die Finanz-/Wirtschaftskrise reagieren wird, wie man den stark schrumpfenden Güterverkehr in Fahrt hält.
Hoffentlich keine unüberlegten Hauruck-Methoden (Loks verschrotten, Mitarbeiter entlassen, ausscheidende Lokführer nicht ersetzen), ansonsten könnte wieder gewaltige Probleme geben, wenn es nach der Krise wieder mit Volldampf losgeht (Denke da an die "schlimmen" Herbste Mitte dieses Jahrzehnts)!