Ist der Bahnübergang technisch oder menschlich (Schrankenwärter) gesichert? Wie ist die Stellwerkstechnik im Bereich des BÜs (mechanisch, elektrisch, ferngesteuert vom ESTW)? Wie ist die eigentliche Sicherung des BÜs (Vollschranken, Halbschranken, nur Verkehrszeichenanlage)?
Wenn ich gedanklich von Schranken (Voll oder Halb) und halbwegs modernem Spurplanstellwerk ausgehe (ist ein langsam aussterbender Standard, aber noch immer sehr viel auf den Hauptstrecken zu finden), dann stellt der Fahrdienstleiter bei anstehender Zugfahrt diese als sogenannte Fahrstraße auf seinem Stelltisch ein. Sämtliche Sicherungseinrichtungen laufen nach einem immer gleichbleibendem Schema ein, wie Weichen, Schutzweichen, Bahnübergänge, Rangiersignale. Erst ganz zum Schluss, wenn alle Systeme 1a in der richtigen Stellung sind, stellt sich das Hauptsignal auf Fahrtstellung.
Das ist der Regelfall und absolut zuverlässig in etlichen Jahrzehnten Bahnbetrieb.
Bei Störungen im Stellwerk oder an Außenanlagen, müssen sonst automatisch ablaufende Dinge per Hand eingestellt werden, Eingriffe in die Sicherheit werden durch das Stellwerk registriert und per Nummernzählwerk auch dokumentiert. Um diese Eingriffe tätigen zu können, muss der Fahrdienstleiter Tasten drücken, die er für den Regelbetrieb nicht benötigt, die auch abseits der Fahrstraßen auf dem Stelltisch angebracht sind. Die "verbrauchten" Nummern sind im Störungsbuch einzutragen, mit Angabe des Grundes.
Die Frage ist auch, ob zu Zeit des Unglücks Regelbetrieb lief oder ob es umfangreiche Baumaßnahmen gab, die immer eine ungewöhnliche Situation auf dem Stellwerk darstellen.