Ich wurde mal an der Tanke gefragt, ob ich mich nicht schäme, in Zeiten des Klimawandels so ein altes Schlachtschiff zu fahren. Was sagst Du da? Man rechnet ja mit allem, aber das ist doch schon dreist. Naja, auf "Seien Sie doch froh, wenn das ganze Öl erstmal weg ist lohnen sich auch die Windräder!" wußte der Typ dann auch keine Antwort mehr.
Mit dem gleichen Fahrzeug werde ich von einem Ich-fahr-einen-silbernen-Golf-TDI-weil-das-ja-so-vernünftig-ist-Fahrer an einer anderen Tanke angesprochen: "Der säuft aber doch ganz schön viel, oder?" Antwort: Ungefähr ein Drittel von dem, was Ihrer gerade an Wert verliert..."
Manchmal mache ich mir den Spaß und gehe auf die von Dir beschriebenen Gutmenschen ein. Das wird dann kein Spaß, wer mich kennt, der weiß daß ich aus dem Stegreif zu jedem beliebigen Thema einem unschuldigen Opfer die Ohren blutig quatschen kann.
Man beginnt dann damit, nach Spritverbrauch und Abgasnorm zu fragen. Dann erläutere man (vom Bezugspunkt unkatalysiertes Fahrzeug ausgehend) die lächerlichen Unterschiede in den Abgasnormen. Oh, das Gegenüber fährt Diesel? Von Feinstaub wird er ja gehört haben, aber was ist mit dem Dreck, der bei der Regeneration des Filters entsteht? Und daß ein Euro III oder IV-Diesel immer noch wesentlich mehr Dreck in die Luft pusten darf, als ein Euro-1-Benziner muß man dann natürlich auch noch darlegen.
Und dann kommen wir zur absoluten Killerfrage: so ein Auto fällt ja nicht einfach vom Himmel. Was das denn in der Herstellung an Energie verschlinge? Ob er wisse, daß ein Neuwagen 400.000 Liter Wasser koste? Daß dabei so viel Energie und Rohstoffe gebraucht werden, daß ein neues Auto diese Hypothek niemals wieder hereinfahren kann, und sei es noch so sparsam?
Und dann frage man ihn nach dem tatsächlichen Umweltsünder.
Dauert grob eine Dreiviertelstunde, ob es einen Denkprozeß beim Gegenüber instand setzt ist zweifelhaft. Aber diese Typen haben mich danach immer in Ruhe gelassen.