Der vorläufigen Auswertung des Flugschreibers zufolge forderte ein Mitglied der Cockpit-Besatzung sieben Sekunden vor der fatalen Bruchlandung, die Fluggeschwindigkeit zu erhöhen. Hersman wollte nicht von einem Pilotenfehler sprechen. Sie betonte aber, dass die Anfluggeschwindigkeit deutlich unter den notwendigen 253 Stundenkilometern gelegen habe.
Hersman sagte weiter, um die genaue Geschwindigkeit der Unglücksmaschine beim Landeanflug zu ermitteln, müssten die Daten der beiden Flugschreiber noch mit den Radaraufzeichnungen und anderen Luftfahrtdaten abgeglichen werden. "Wir sprechen hier nicht von ein paar Knoten", sagte sie. Das automatische Warnsystem habe die Piloten informiert, dass ein Strömungsabriss drohte. Diese hätten daraufhin die Geschwindigkeit erhöht.
Bei der Bruchlandung der Boeing 777 waren zwei chinesische Jugendliche ums Leben gekommen. Nach Angaben der Feuerwehr wurde eine von ihnen möglicherweise von einem Rettungsfahrzeug überfahren.
Von mehr als 180 Insassen des Großraumflugzeuges der südkoreanischen Fluggesellschaft Asiana befinden sich noch sechs in einem kritischen Gesundheitszustand. Wie das San Francisco General Hospital mitteilte, gebe es viele Unterleibs- und Rückenmarksverletzungen, von denen einige mit Lähmungen einhergingen, teilten die Ärzte mit.
Asiana-Chef Yoon Young-doo sagte, die Maschine habe nach bisherigen Erkenntnissen "keine Motor- oder mechanischen Probleme" gehabt. Er räumte jedoch ein, dass der Pilot kaum Erfahrung mit einer Maschine dieses Typs hatte und noch nie zuvor auf dem Flughafen in San Francisco gelandet war.
Vor der Pressekonferenz hatte Hersman in einem Fernsehinterview gesagt, dass am Flughafen von San Francisco seit Juni der sogenannte Gleitpfad zur Landenavigation ausgefallen sei. Darüber seien die Piloten aber vorab informiert worden. Zudem gebe es eine Reihe anderer Instrumente, die bei der Landung helfen. Allerdings werde auch dieser Aspekt noch untersucht.