Ich bin einige male mit meinem Kollegen mitgefahren, und was wir beide da an den Kopf geworfen bekommen haben, das willst du eigentlich gar nicht wissen, also sche....Bahn war noch das freundlich.
So ist es. Ich wurde auch schon bedroht für eine Verspätung zu der ich nichts konnte... Sowas geht irgendwann an die Psyche, dass merkt man daran, dass ich hier oft mich im Ton vergreife wenn es um die Bahn geht und manche wieder grundlos schimpfen ohne die Hintergründe zu kennen. Ich gebe mir wie gesagt diesmal Mühe sachlich und frei von Emotionen zu schreiben.
lass bitte deinen Frust an den Leuten raus, die den Streik zu verantworten haben.
Und das sind die Führungsetagen und die Damen und Herren der Politik. Sowas wissen viele bspw. gar nicht. Wenn dann wieder gemeckert wird das der Zug einen Wagen mehr haben müsse etc. dann verweise ich gerne darauf, das die Verkehrsverbünde die Leistungen bei der Bahn bestellen und wir diese nur liefern. Was im Nahverkehr rollt bestimmt also nicht die Bahn. Viele wissen das einfach nicht. Da ist ein Politikum hinter.
Die andere Gewerkschaft ist im übrigen Bahn-kontrolliert, also nicht wirklich unabhängig, die GDL denkt immerhin noch auf eigene Faust
so ist es. Bei der EVG ist man als Arbeitnehmer verraten und verkauft. Mich hat es vor ein paar Wochen gewundert, dass da wirklich ein Warnstreik zu Tage kam. Ich hätte schwören können das man nur so tut um die Mitglieder zu beeindrucken. Scheinbar hat man aber erkannt das man mal streiken muss, sonst macht man sich wohl gänzlichst unglaubwürdig. Die Transnet hat damals die sogenannten Tf1000 richtig böse veräppelt, dass hat ordentlich böses Blut gegeben. Aber ich möchte das hier nicht weiter ausführen.
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@Toto: Was möchtest du denn mit dem Artikel ausdrücken? Die GDL fordert doch in erster Linie keine Lohnerhöhung? Und selbst wenn, die Bahnbelegschaft hat damals, als die DB in der Krise steckte auf mehr als 10% ihres Gehaltes verzichtet, während sich die Gehälter des Vorstandes um etwa 77% erhöht hatten. Da stimmt doch was nicht oder? Ist es dann nicht legitim, dass Arbeitnehmer versuchen ihre Gehälter wieder einzufordern?
Der GDL geht es diesmal aber gar nicht um Gehaltserhöhungen an sich, es geht darum einen flächendeckenden Vertrag einzuführen der für alle Unternehmen gilt. Ziel ist es Lohndumping zu verhindern. Bei Regio werden bei den Verkehrsverbünden Ausschreibungen nicht mehr nach dem Preis-/Leistungsprinzip vergeben, sondern schlicht danach, wer das günstigste Angebot hat. Hier werden dann die Gehälter der Kollegen bei den Privaten total gedrückt. Das ist Lohndumping. Private gewinnen die Strecken auf dem Rücken ihrer Mitarbeiter. Bei der DB ist die Senkung aufgrund des 2007 erstreikten LfTV nicht möglich. Daher ist es nun das Ziel flächendeckend einen einheitlichen Tarif zu schaffen.
Die EVG hätte dies angeblich nun getan, gültig aber nur für den Regionalverkehr. Was ist denn mit den Kollegen "Cargonauten"? Bei denen bleibt alles beim alten. Vor allem vergisst die EVG das sie organisationstechnisch rechtlich nicht in der Lage ist für Tf einen Tarifvertrag abzuschließen da sie unter 15% Lokführer vertritt. Außerdem ist es ihr aus dem Vertrag von 2007 untersagt Verhandlungen für Tf zu führen, so wie es der GDL derzeit untersagt ist Verhandlungen für Zugbegleitpersonal zu führen.
Desweiteren versucht die GDL einen Schutz einzubauen für den Fall das wir arbeitsuntauglich werden, eine Absicherung des Arbeitnehmers bspw. nach mehreren Personenunfällen, wenn es einfach nicht mehr geht. Viele Leute unterschätzen unsere Arbeit, für die ist es nur noch Hebelchen vor und zurück schieben, dem ist nicht so. Da steckt viel mehr dahinter was man einfach nicht mehr sehen will. Wir arbeiten meist rund 10-12 Stunden und nicht nur 8, wir haben meist nur einmal im Monat wirklich auch mal ein Wochenende frei, unsere Übergänge sind teilweise unter 12 Stunden, wir müssen psychisch damit fertig werden immer einen auf den Deckel zu bekommen für Dinge die wir nicht zu verantworten haben. Was passiert wenn Flachschüppen da vorne auf dem Führerstand sitzen hat man ja in Oschersleben gesehen. Ganz Deutschland schreit nun nach der PZB an allen Strecken. Haben sie ja auch Recht, ich unterstütze dieses Vorhaben, fakt ist aber, dass ich als Tf die Signale zu beachten habe. Die PZB ist eine Absicherung, für die Streckenbeobachtung bin ich immer noch selber verantwortlich. Brühl, anno 2000, war übrigens mit PZB gesichert, trotzdem kam es zu diesem verheerenden Unfall.
Ich trage da vorne die Verantwortung für mehrere hunderte Menschen am Tag, diese Verantwortung, den Arbeitseinsatz den wir täglich bringen, den psychischen Druck, den wir ständig ausgesetzt sind, den würde ich gerne honoriert wissen, auch von unseren Fahrgästen. Leider denkt kein Mensch mehr darüber nach...