Ein Erlebnisbericht aus meinem virtuellen Cockpit
Es ist Sonntagmorgen. Also dieser spezielle Moment in der Woche, an dem mein Gehirn eigentlich noch tief schläft, meine Hände aber schon auf dem Schubhebel liegen. Die Leonardo Maddog steht auf dem Vorfeld von SLSU und sieht mich an wie ein alter Hund, der genau weiß, dass es gleich wieder anstrengend wird.
Ich steige ins Cockpit und werde erst mal vom gewohnten Lichtermeer begrüßt. Alles blinkt, alles leuchtet, alles sieht aus, als wolle es gleichzeitig meine Aufmerksamkeit, wie ein Flugzeug voller Knöpfe, die sich gegenseitig anschreien: „Drück mich! Nein, drück mich zuerst!“
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Start in die Dunkelheit
Kaum laufen die JT8D-Triebwerke an, weiß ich:
Die Nachbarschaft wird mich heute nicht mögen. Die Maddog brüllt los wie ein Staubsauger, der zu viel Red Bull hatte – aber für mich klingt das wie Beethoven, Wagner und Metallica gleichzeitig. Im ersten Morgendunkel rolle ich zur Bahn, drücke die Schubhebel nach vorne (und natürlich habe ich irgendetwas vergessen und werde angebrüllt), aber das Biest katapultiert sich motiviert in den Himmel. Also… irgendwas zwischen motiviert und müde. Aber wir heben ab, und das zählt.
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Der Sonnenaufgang – Ich tue so, als wäre ich wach
Der Steigflug ist ein Traum. Draußen schiebt sich die Sonne über die Bergkämme, als würde sie extra für meinen Flug früher aufstehen (nun ja, die Zeitverstellung hat etwas geholfen, wobei die Maddog das so gar nicht mag). Drinnen glüht das Cockpit wie eine Mischung aus Technikmuseum und Weihnachtsdekoration. Kurz gesagt: absolut großartig. Mein EFB zeigt mir brav den Flugplan, und ich nicke verständnisvoll, obwohl ich zugebe, dass ich in diesem Zustand wahrscheinlich auch eine Google‑Maps‑Route akzeptiert hätte.
Reisehöhe – Die Maddog und ich finden Frieden
Oben angekommen fliegt die Maddog wie auf Schienen. Also auf leicht vibrierenden, älteren, etwas schiefen Schienen. Aber hey, sie fliegt! Während unter mir die Landschaft langsam heller wird, lehne ich mich zurück und genieße den Moment. Ich weiß, dass die Maddog alt ist, genau wie ich, aber sie hat Charakter. Und ich mag Charakter. Und sie hat heute nichteinamal versucht mich direkt umzubringen.
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Anflug auf SGAS – Konzentration, Kaffee und gute Laune
SGAS taucht vor mir auf, als ich gerade wieder in meine Sonntagstrance falle. Also scharf werden, Autopilot raus und plötzlich weiß die Maddog wieder, wer der Boss ist. Und der Boss… bin nicht ich! Aber, der Anflug läuft erstaunlich rund. Ich schwebe über die Landschaft, drehe sauber ein, fange an, die Bahn zu sehen....und ärgere mich kurz, dass ich keine Zuschauer habe, die meine epische Perfektion genießen können.
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Landung – Die Maddog setzt auf
Touchdown.
Sanft. Wirklich sanft. Ich bin fast beleidigt, dass niemand applaudiert. Wir rollen rein, ich parke, die Treppe geht runter und ich steige aus wie ein Held, der gerade das Unmögliche geschafft hat: früh aufstehen und trotzdem gut landen.
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Fazit: Ein gelungener Sonntag – dank Kaffee und JT8D-Power
Ich war müde.
Die Maddog auch.
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Aber gemeinsam haben wir’s geschafft.
Und mal ehrlich: Es gibt kaum einen besseren Start in den Sonntag, als mit einer bockigen, lauten, charmanten MD‑80 durch den Sonnenaufgang zu fliegen. Heute habe ich mir das "Fly the Maddog 20th Anniversary Edition for Microsoft Flight Simulator 2024 and 2020" fuer einen kleinen Upgrade preis gekauft und weiß sofort wieder, warum ich das Flugzeug schon vor 20 Jahren so geliebt habe.
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Warum? Nun:
Sie ist so systemtief, dass du fast ein MD‑80 Type Rating brauchst. Andere Addons: „Hier ist ein Knopf, er macht Dinge.“ Die Maddog: „Hier ist ein Knopf, der 17 andere Knöpfe beeinflusst, die wiederum drei Hydrauliksysteme simultan beleidigen, wenn du sie im falschen Moment drückst.“ Der Sound macht süchtig (und taub). Die JT8D‑Triebwerke schreien wie zwei übermotivierte Laubbläser, die einen Wettbewerb gewonnen haben und ich liebe jeden einzelnen Dezibel. Wenn du beim Start NICHT grinst? Dann bist du vermutlich aus Metall und ohne Seele geboren. Das wichtigste aber; Sie zwingt dich, wirklich fliegen zu lernen
Die Maddog hat keinen „Ich mach das mal eben für dich“-Modus.
Sie erwartet, dass DU fliegst.
Dass DU denkst.
Dass DU weißt, was du tust.
Und falls nicht?
Nun… sie merkt es.
Andere Flugzeuge fliegen von alleine.
Die Maddog dagegen beobachtet dich kritisch und sagt innerlich:
„Zeig mal, ob du’s drauf hast, Captain.“
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Das Cockpit ist ein Abenteuerpark für Knopf-Liebhaber. Wenn du Cockpits liebst, in denen alles logisch, modern und reduziert ist; nimm einen Airbus.
Wenn du aber das Gefühl willst, in einem 80er‑Jahre-Kraftwerk zu sitzen, in dem 500 Schalter gleichzeitig deine Aufmerksamkeit wollen – willkommen bei der Maddog.
Das ist kein Flugzeug. Das ist ein Escape Room für Aviatik-Fans.