Endgültiges aus der Boeing 747-400 bei Lufthansa

  • Seit Jahren wurde der Abschied wegen Verzögerungen bei Boeing immer wieder verschoben. Nun geht bei Lufthansa tatsächlich eine Ära zu Ende: Die Boeing 747‑400 verabschiedet sich endgültig.

    Verzögerungen bei den Flugzeugherstellern hatten den Abschied von Lufthansas vierstrahligen Flugzeugen jahrelang hinausgezögert. Die Boeing‑787‑Dreamliner sowie die 777X, die Lufthansas ältere A340 und Boeing 747 ersetzen sollen, ließen lange auf sich warten. Inzwischen kommt die Auslieferung langsam in Gang, während der Krieg im Iran gleichzeitig für extrem hohe Kerosinkosten sorgt.

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    Aus diesem Grund trennt sich Lufthansa nun endgültig von ihren Airbus A340 und Boeing 747‑400. Die A340‑600 werden sich Mitte Oktober verabschieden, und „zwei bis vier“ 747‑400 sollen während der Wintersaison stillgelegt werden. Anschließend entscheidet die Airline im Sommer 2027, ob die Maschinen noch einmal zurückkehren. Nach der Sommersaison fällt jedoch endgültig der Vorhang.

    Lufthansa hatte mit erheblichen Rückschlägen bei der Modernisierung ihrer Flotte zu kämpfen. Die Boeing 777X, für die die deutsche Fluggesellschaft Launch Customer ist, hätte ursprünglich bereits 2020 erstmals ausgeliefert werden sollen. Die ersten Maschinen sind nun erst für 2027 geplant. Auch der Zuwachs bei den Dreamlinern verlief anfangs nur schleppend.

    Inzwischen verbessert sich die Situation zwar, doch die 777X bleibt weiterhin ein Risikofaktor. Das berücksichtigt auch Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr. Zur Absicherung hält Lufthansa daher ihre zwölf Airbus A340‑300 vorerst in Reserve. Im Falle weiterer Verzögerungen sollen diese A340‑300 mit einer „höheren Frequenz“ eingesetzt werden als ursprünglich geplant. Diese Teilflotte soll mögliche Lieferverzögerungen der 777‑9 abfedern.

    Die verbleibenden vierstrahligen Flugzeuge in der deutschen Flotte bleiben vorerst im Einsatz. Lufthansa verfügte über neunzehn 747‑8, von denen sich inzwischen eine in den Vereinigten Staaten befindet. Später in diesem Jahr wird auch eine weitere -8 auf die andere Seite des Atlantiks überführt. Die Maschinen wurden von der US‑Regierung gekauft und dienen zur Unterstützung der Präsidentenflotte.

    „Fliegen ist die Kunst, den Boden so lange zu verfehlen, bis der Sprit alle ist.“
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