Es ist wieder mal eine ANA Wings B738 AOG, daher muss heute ein ANA A321 auf der NH503 von Itami nach Miyazaki ran. Also, gehen wir es an!

Eine Horde von Salaryman Mitte 50 wartet bereits ungeduldig am Gate. Es ist Freitag und ein aufregendes Golf-Wochenende steht bevor. Vermutlich verweilen die Meisten im Phoenix Seagaia.

Leider klemmt es überall am Personal, daher muss der Load Master selbst mit Hand anlegen und fährt die "0000JTA" und "0000JTA" ins FWD compartment. Die richtigen Nerds stellen sich jetzt einfach mal "AKH38384NH" und "AKH38659NH" vor.

Kurz danach und mit ME/0004 (ME=früher los) ballern wir in Richtung 32L. Einen Delay Early (
?!) Code für verfrühte Off Block Zeit ist auch ein subtiler Flex der Japaner. Oder wie es unsere Jüngeren so ausdrücken würden: Having the movement code to dip early is no cap massive main character energy and lowkey a sigma flex.

Wer Osaka Itami kennt, kennt Fotos aus dieser Position. Diesmal hat man uns wunderbar erlegt. Wobei ich schon der Ansicht bin, dass gerade in Japan ein derartig heißer Hintern verpixelt werden sollte.

Bei 147 kts reißen wir dann ruckartig am Hebel und sorgen für ein turbulentes aber dennoch einprägsames Erlebnis für unsere werten Gäste.

Und weil das nicht reicht, schieben wir eine enge Linkskurve direkt hinterher. Itami macht einfach immer wieder Laune.

Trotz aller Wolken um uns herum haben wir für einen kurzen Moment die Chance, einen Blick auf Kobe und Kobe Airport zu ergattern.

Während wir über Shikoku hacken, bereiten wir uns so langsam auf unseren Anflug vor. Eins können wir bereits auf dem ND sehen: Besser wird das Wetter keinenfalls.

Die Wolkenbildung im Sinkflug verheißt nichts Gutes, das METAR genauso wenig. Positiver Dinge setzen wir unseren Anflug jedoch unbeirrt fort.

Unser Optimismus wurde mit einer sichtbaren Bahn weit vor Minimum belohnt. Alte Schriften bewahrheiten sich halt immer wieder. So war schon in Faust geschrieben "Frohlocket, ihr Lieben! Denn früher, als wir’s vermuteten, erblickt unser Auge bereits die ersehnte Landungsbahn."

Von den variierenden Windverhältnisen gänzlich unbeeindruckt schwebt unser Vogel gen Runway. Wir werden den Guten dann mit schmusigen -153 fpm die Bahn streicheln lassen.

Ein Problem mit Miyazaki ist die relativ kurze Bahn. Entsprechend hacken wir wider unserer sanften Landung hart in die Eisen und stehen dann mit blankem Hintern da, weil wir den Hobel nicht schnell genug aufgeräumt bekommen.

Abschließend möchten wir unser Publikum mit einem in Szene gesetzen Foto von der überragenden Besucherplattform beglücken. Ich empfehle auch einen Blick in die ausgestellte Beech C90A King Air auf jener Besucherplattform. Nicht nur, dass man sich dort ins Cockpit setzen kann ("wie ein echter Pilot"), nein, man wird auch von einem überaus freundlichen jungen Mann mit rudimentären Deutschkenntnissen informiert. Ein echtes Erlebnis für Groß und Klein. ("Klein" war unbeeindruckt aber das bekommen wir noch hin ...)










































