Dann werde ich mal was Kochen, bevor es in die Normandie geht. Hätte Miguel seine Tripple nicht auf der Bahn parkiert.......
währe ja eh nicht dabei ![]()
In Vielfalt limitiert
Wie auch die mauretanische Geschichte ist die Küche von diversen Einflüssen geprägt. Vereinfacht gesagt: Ein bisschen Maghreb, ein bisschen Mali, ein bisschen Frankreich. Gegessen wird ohne Besteck, auf dem Boden und gemeinsam in der Gruppe – natürlich hat man dabei immer ein Stück Weißbrot in der Hand. Dinner for One? Niemals. Dem Essen kommt in der Tradition als verbindendes gesellschaftliches Element eine hohe Bedeutung zu. Dass alle aus einer großen Schale essen, ist dabei keineswegs unüblich.
Wer die Vielfalt der marokkanischen Küche erwartet, wird im südlichen Nachbarn schnell enttäuscht. Mauretaniens Speisekarte ist trotz der vielfältigen Prägung limitiert. Die typischen Obst- und Gemüsestände an der Straßenecke bieten meist exakt dieselben Güter: Äpfel, Bananen, Orangen, Nektarinen, Wasser- und Honigmelone, Tomate, Zucchini und natürlich Datteln. Die Dattel ist dabei eine der wenigen verbliebenen im Land produzierten Früchte und wird sogar exportiert. Anbauregionen sind vor allem Atar und Tidjikja. Die Dattel wird zu praktisch jedem Essen als Snack gereicht.
Die größte Varietät weist noch die Küstenregion auf, in der Fisch in verschiedener Form zu einem der Hauptgerichte zählt. Zwar lässt sich mit viel Glück auch in Chinguetti, Atar oder Tidjikja Fisch essen, aber der Transport dorthin ist aufwendig. Und so bleibt das Angebot der Wüste eher nomadisch.
Reis, Fisch, Fleisch, Croissants
Das bekannteste Fischgericht ist Maru Hout, das auch als Thieboudienne (Französisch) und Ceebu Jën (Wolof) bekannt ist. Maru Hout wird von allen Mauretaniern gegessen, ist aber kulturell eher mit der Soudans-Bevölkerung verbunden, die die Fischerei traditionell dominiert. Kein Wunder also, dass auch im Senegal Ceebu Jën zu den Nationalgerichten zählt. Für Maru Hout, das übersetzt schlicht Reis und Fisch heißt, lassen sich unterschiedliche Fischarten verwenden. Häufig ist aber die Dorade, die für die Zubereitung zunächst mit einer Kräutermischung gefüllt wird. Im Grunde ist ein Teller Maru Hout immer ein wildes Potpourri aus Zwiebeln, Möhren, Tomaten, Kartoffeln und allerlei Gemüse.
Da Mauretanier häufig Fleisch und gerne Reis essen, überrascht es nicht, dass auch Maru Diuk (Reis und Hühnchen) zu den beliebtesten Gerichten zählt. Daneben finden sich Rind, Ziege, Schaf und mitunter Kamelfleisch auf dem Teller. Statt Reis ist auch Couscous eine gern gesehene Zutat.
Gar nicht so anders in der Zusammensetzung und doch eindeutig maghrebinischer geprägt ist Tajine. Zubereitet in dem markanten gewölbten Tajine-Topf, besteht die Speise immer aus Zwiebeln, Fleisch und Kartoffeln, häufig noch aus weiterem Gemüse.
Im Zuge der Kolonialisierung haben auch französische Gerichte Einzug in die mauretanische Küche gehalten. Croissants sind ein beliebter Teil des Frühstücks, Crêpes können süß oder auch in Kombination mit anderen Gerichten herzhaft gegessen werden. Bei aller Beschränkung lassen sich die Einflüsse auch gut kombinieren: Crêpes mit Couscous und Tajine sind keine Seltenheit.
Natürlich kann man in Mauretanien auch modern essen. Wer Burger, Pizza und Pasta präferiert, kommt in allen größeren Städten ganz auf seine Kosten. Kulinarisch interessant sind auch die libanesischen und syrischen Restaurants in Nouakchott und Nouadhibou.
Maru Hout, das auch als Thieboudienne bekannt ist.
Zutaten für4Portionen
| 2 | Stk | Zwiebel (gelb) |
| 4 | Stk | Knoblauchzehen |
| 0,5 | Bund | Petersilie (glatt) |
| 800 | g | Fischfilet (z.B. Dorsch oder Kabeljau) |
| 2 | Stk | Kartoffeln (festkochend) |
| 2 | Stk | Chilischote (rot, scharf) |
| 3 | Stk | Karotten |
| 1 | Stk | Melanzani |
| 2 | EL | Sonnenblumenöl |
| 200 | g | Tomatenmark |
| 2 | EL | Wasser |
| 1 | Prise | Salz |
| 1 | Prise | Pfeffer (schwarz, gemahlen) |
| 500 | g | Langkornreis (nach Grundrezept) |
Zubereitung
Schritt 1
2 Stk Zwiebel (gelb), 4 Stk Knoblauchzehen, 0,5 Bund Petersilie (glatt)
Zwiebel und Knoblauch schälen, anschließend fein hacken. Die Petersilie abbrausen, trockenschütteln und ebenfalls fein hacken.
Schritt 2
800 g Fischfilet (z.B. Dorsch oder Kabeljau), 2 Stk Kartoffeln (festkochend), 2 Stk Chilischote (rot, scharf)
Den Fisch in mundgerechte Stücke schneiden. Die Kartoffeln schälen und würfeln. Die Chilischote klein hacken.
Schritt 3
3 Stk Karotten, 1 Stk Melanzani
Melanzani und Karotten abwaschen, abtrocknen und in kleine Stücke schneiden.
Schritt 4
800 g Fischfilet (z.B. Dorsch oder Kabeljau), 2 EL Sonnenblumenöl
Anschließend die Fischfilets in heißem Öl anbraten, aus der Pfanne nehmen und im Ofen warm halten.
Schritt 5
200 g Tomatenmark
In der selben Pfanne das geschnittene Gemüse anrösten. Nun das Tomatenmark zufügen und kurz mitrösten.
Schritt 6
2 EL Wasser, 1 Prise Salz, 1 Prise Pfeffer (schwarz, gemahlen)
Nun das Wasser zugeben, damit sich das Tomatenmark vom Boden löst und mit Salz und Pfeffer würzen. Für 30 Minuten bei kleiner Flamme köcheln lassen.
Schritt 7
500 g Langkornreis (nach Grundrezept)
Mauretanian Chicken Vegetable Stew (maru we-ilham)
Zutaten
3 Hähnchenbrustfilets
1 kleine Maniokwurzel
1 kleine Aubergine
⅔ Kohlkopf
2 Karotten
2 Knoblauchzehen
1 große Zwiebel
1 Pili-Pili-Schote (oder eine andere rote Chilischote bzw. ¼ TL Cayennepfeffer)
4 EL Butter
4 Tassen Hühnerbrühe
1 Lorbeerblatt
2½ EL Dijon-Senf (oder anderer fertiger Senf)
2 Tassen Reis
½ TL schwarzer Pfeffer
1 TL Salz
Ergibt etwa 12 Portionen. Man kann die Menge auch halbieren und nur 6 Portionen zubereiten – aber was macht man dann mit der übrig gebliebenen halben Maniokwurzel und der halben Aubergine? Vielleicht bei eBay verkaufen?
Zubereitung
Schneiden Sie die Hähnchenbrustfilets, die Maniokwurzel und die Aubergine in etwa 2,5 cm (1 Zoll) große Würfel. Hobeln oder schneiden Sie den Kohl in feine Streifen. Schneiden Sie die Karotten in ca. 1,3 cm (½ Zoll) dicke Scheiben. Hacken Sie die Knoblauchzehen fein. Würfeln Sie die Zwiebel. Entfernen Sie die Kerne aus der Pili-Pili-Schote (oder einer anderen Chilischote) und würfeln Sie diese. Geben Sie Butter, Hähnchenwürfel, Knoblauch und Zwiebel in einen großen Topf. Dünsten Sie alles bei mittlerer bis starker Hitze etwa 5 Minuten lang an, bis die Zwiebeln weich sind und das Hähnchen leicht gebräunt ist; dabei häufig umrühren. Fügen Sie die Hühnerbrühe hinzu. Bringen Sie die Flüssigkeit bei starker Hitze zum Kochen. Reduzieren Sie dann die Hitze auf eine niedrige Stufe. Geben Sie Lorbeerblatt, Aubergine, Karotte, Kohl, Maniok, Chilischote, Dijon-Senf, Reis, schwarzen Pfeffer und Salz hinzu. Decken Sie den Topf ab und lassen Sie alles etwa 45 Minuten köcheln, bis der Reis gar ist.
1) Die Aubergine spielt eine wichtige Rolle in der mauretanischen Küche. Dieses bedeutende Gemüse ist auch in anderen Küchen der Sahara-Region weit verbreitet, etwa in der Elfenbeinküste, in Niger und in Burkina Faso.
2) Warum? Weil im Jahr 1073 n. Chr. kulinarische Krieger aus der vergessenen Sahara-Stadt „Aubergine“ einen Eroberungskrieg begannen. Die mit Hackmessern bewaffneten Krieger aus Aubergine konnten das Gemüseangebot in den neu eroberten Gebieten nicht ertragen. Also zwangen sie der Sahara ihre Aubergine auf. Sie veranlassten ganze Bevölkerungsgruppen dazu, Auberginen anzubauen und zu ernten. Die Aubergine wurde zu einem festen Bestandteil jeder Mahlzeit. Im Laufe der Jahre lernten die Einheimischen das Gemüse lieben und konnten sich eine Mahlzeit ohne es gar nicht mehr vorstellen. Himmel, ich hoffe sehr, dass es niemals Armeen geben wird, die Lutefisk (Laugenfisch) lieben. (Google übersetzt
)
Da Alkohol in Mauretanien Verboten ist, gibt es heute kein Bier. ![]()


