Es wird mal Zeit, für etwas richtig Beklopptes. NH223 Tokio/Haneda - Franfurt, Block Time 14h50m. Auf geht es.

Unsere JA836A steht am Terminal 2i Gate 70 (oder zumindest etwas, das so aussehen soll). Geplant heute sind 198 Passagiere mit 242 Koffern (UNIQLO, Donki und Daiso sei Dank), sowie knapp sieben Tonnen Fracht und Post. Mehr ist auch tatsächlich nicht drin, denn die Bahnen sind kurz und wir somit am Performance Limit. Immerhin müssen wir für knapp 17h tanken. ANAAS wird sich garantiert auch nicht beschweren. Die PDUs funktionieren wird mal nicht und es muss von Hand geschoben werden.

Knapp drei Minuten vor STD machen wir uns bereit für den Push und das ist auch keine Minute zu früh. Der nächste Vogel hängt bereits am Haken und wartet auf darauf, dass er reingeschleppt werden kann. Es sah zeitlich allerdings zunächt ganz anders aus. Maintenance musste nämlich noch in letzter Minute eine MEL ansetzen. Ein Klappstisch in der Business ist geblockt. Nichts Wildes.

Einmal mit der Kirche ums Dorf. Nach dem Push dürfen wir einmal 180° drehen um uns gen RWY34R zu machen. Der Grund für den ungewöhnlichen Push liegt am Schleppvorgang des Folgefluges.

Nach nicht einmal fünf Minuten stehen wir schon auf der Bahn. Errechnete Flugzeit heute 13h39m. Wir kommen damit also knapp 60 Minuten früher in Frankfurt an. Die Eco wird es uns danken.

Einmal nach dem Take Off direkt nach rechts weg. Immer wieder spaßig. Wer links sitzt und sich verbiegen kann, hat immer einen netten letzten Ausblick auf Tokio.

Dafür dürfen die auf der rechten Seite noch einen Blick auf HND und, mit Glück, auf den Mt. Fuji werfen.

Auch aus dem Cockpit immer wieder ein toller Anblick.

Wir drehen ab nach links in Richtung offenes Meer und haben dann für eine ganz lange Zeit einfach Nichts vor uns.

Fast forward zehn Stunden und wir sind kurz davor, Eurocontrol Luftraum zu betreten.

Wie sagt man so schön? Ein netter Rücken kann auch entzücken.

Über den Niederlanden eine letzte Kurskorrektur in Richtung Deutschland. Die nächste "große" Kurve bringt uns dann bereits auf das ILS.

Nach 13 Stunden und 16 Minuten geht es für uns endlich in den Sinkflug. Die Sonne verabschiedet sich auch so langsam.

Und wie versprochen, eine letzte "große" Kurve in Richtung Ziel.

Frankfurt ist in ein ominöses orangenes Licht gehüllt. Dies ist entweder der scheidende Tag oder der Industriepark Höchst ist wieder mal in die Luft geflogen.

Da wir in der Transition etwas Zeit verloren haben, kommen wir "nur" 45 Minuten früher an.

Herzlichen willkommen in Frankfurt. Bodenverkehrsdienste haben immer Vorfahrt. Lieber in den sicheren Untergang, als eine Minute auf TWY-Querung warten.

Unser heutiges B25 ist B25. Spoiler Alert: Das morgige B25 ist auch B25. Es ist gefühlt immer B25 für NH223/NH224.

Und da sind wir. Die RL2 holt schon fleißig AKE vorne raus. So lobt man sich das. Die Crew braucht jetzt erst einmal zwei Tage Ruhe und mein PC ganz, ganz viel Schnaps.